Vampir
Vampire · Der Blutsauger — Aristokrat der Nacht, unsterblich vom Blut der Lebenden
Der Vampir (englisch Vampire, slawisch Upir/Vampir) ist der Untote, der tot ist und doch nicht gestorben ist, der die Unsterblichkeit durch das Trinken des Blutes der Lebenden aufrechterhaelt, mit blasser Haut, Reisszaehnen und verfuehrerischem Charisma, der sich in Fledermaus, Nebel oder Wolf verwandelt — die kanonische ikonografische Figur, die in der slawisch-osteuropaeischen Folklore entstand und in der englischen Literatur des neunzehnten Jahrhunderts vollendet wurde. Die Etymologie leitet sich vom slawischen Upir (Ost-Slawisch) und Vapir (Suedslawisch) ab, und der erste englische Gebrauch von Vampire erscheint im London Journal Reisemagazin von 1734. Der ikonografische Ursprung ist die Tradition der wiederauferstandenen Leiche in der slawischen Folklore und die Osteuropaeische Vampirpanik des achtzehnten Jahrhunderts (1725-1755 im habsburgisch besetzten Serbien und Ungarn), von der die entscheidenden Faelle die Affaere Petar Blagojevic von 1725 in Kisilova, Serbien, und die Affaere Arnold Paole von 1726-1732 in Medvegja, Serbien, sind — das Visum et Repertum, der offizielle lateinische Bericht von 1732 des oesterreichisch-habsburgischen Militaerchirurgen Johann Flueckinger, ist der entscheidende Textkanon, der den Vampir als offizielles Thema in die europaeische Akademie eintrug. Der Vampyr von John William Polidori (1795-1821), veroeffentlicht am 1. April 1819 im britischen New Monthly Magazine — geschrieben in der Villa Diodati in der Schweiz im Jahr 1816 auf Vorschlag von Lord Byron zusammen mit Mary Shelley (Frankenstein) — ist der Ursprung des englisch-literarischen Vampir-Kanons, und Bram Stokers (1847-1912) Dracula, am 26. Mai 1897 in Grossbritannien veroeffentlicht, vollendete den entscheidenden Kanon der eleganten, aristokratischen modernen Vampir-Ikonografie.