Drachenschild
Großer normannischer Schild in umgekehrter Dreiecksform
Der Drachenschild oder Kite Shield ist der grosse Schild, den der Ritter Europas vom zehnten bis zum dreizehnten Jahrhundert trug, und er nahm seinen Namen aus seiner drachenfoermigen Gestalt, oben gerundet und unten zu einer langen Spitze auslaufend. Bei einer Hoehe von etwa hundert bis hundertzwanzig Zentimetern deckte er den Reiter zu Pferd von der linken Schulter bis zum Knie mit einer einzigen Flaeche und diente so als einzelne Wand, die die Speere und Pfeile des Feindes zur Linken im schweren Reiterangriff, den der normannische Ritter zur Weise setzte, auffing. Ein Kern aus leichtem Holz, meist Linde und Weide, in ueberkreuz geklebten Brettern gelegt, war mit Leder ueberzogen und am Rand mit einem Eisenband gefasst, und im Inneren waren die Enarmes, die Arm-Riemen, und die Guige, der Schulter-Riemen, befestigt, sodass er gut getragen werden konnte. Auf seiner Flaeche wurde mit der Zeit immer klarer das Wappen der Familie gemalt, sodass der Ritter, dessen Gesicht unter Kettenpanzer und Helm verborgen war, von weitem erkannt werden konnte, und so diente der Kite Shield zugleich als die Flaeche selbst, auf der die europaeische Wappenkunde Gestalt nahm. Im Teppich von Bayeux ueber die Schlacht von Hastings von 1066 ist er am klarsten zu sehen, getragen von normannischem Ritter und angelsaechsischem Housecarl zugleich.