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Streitkolben

Die klassische Schlagwaffe gegen Rüstung

Der Streitkolben ist eine Schlagwaffe mit einem schweren Metallkopf auf einem Stiel, einer der aeltesten Waffentypen der Menschheitsgeschichte. Von der Bronzezeit an wurde er als Keule mit einem Kopf aus Stein oder Metall gebraucht, und im Mittelalter entwickelte er sich zu einem Metallkopf mit hervorstehenden Schlagblaettern oder einer knaufartigen Form und diente als panzerbrechende Waffe. Besonders die Schlagblattform konzentriert die Kraft des Schlags auf eine schmale Kante und traegt den Stoss in den Koerper, selbst wenn der Panzer nicht durchstossen wird. Etwa 50 bis 80 cm lang mit einem Kopf von etwa 1 bis 2 kg, wurde er in einer Hand gehalten und gewoehnlich mit einem Schild gebraucht. Die Geschichte, mittelalterliche Geistliche haetten den Streitkolben gefuehrt, um kein Blut zu vergiessen, ist weit verbreitet, doch sie ist ein spaeter gemachter Mythos mit wenig geschichtlicher Grundlage.

Ursprung

Der Streitkolben ist einer der aeltesten Waffentypen, die die Menschheit je schuf, von der Bronzezeit an gebraucht, um 3000 v. Chr. Zuerst war er eine einfache Keule mit einem aus Stein oder Metall geschnitzten Kopf auf einem Stiel, und er wurde frueh als Sinnbild der Macht gebraucht. Als sich im mittelalterlichen Europa der Plattenpanzer entwickelte, brauchte es eine Waffe, um durch Stoss den Panzer zu brechen, den eine Klinge nicht durchdringen konnte, und so wurde der Streitkolben zur Schlagblattform mit hervorstehenden Blaettern verfeinert und wurde die zentrale Schlagwaffe des Zeitalters des Panzers. Zusammen mit dem Kriegshammer und der Poleaxt derselben Zeit war er eine Waffe, die im Wettruesten zwischen Panzer und Waffe entwickelt wurde.

Merkmale

  • Ein Metallkopf, mit Schlagblaettern oder knaufartig
  • Etwa 50 bis 80 cm lang, ein Kopf von etwa 1 bis 2 kg
  • Traegt den Stoss durch den Panzer, um innere Verletzungen und Brueche zu verursachen
  • Ein alter Waffentyp, von der Bronzezeit an gebraucht
  • Die blutlose Geistlichenwaffe, ein spaeterer Mythos
  • In einer Hand gebraucht, mit einem Schild

Geschichten

Der Streitkolben kam vor einem voll gepanzerten Feind zur Geltung. Gegen einen Gegner, von dem ein Schwert vom Stahlblech abglitt, schlug der Soldat eine Stelle wie den Helm oder die Gelenke hart, sodass selbst bei undurchstossenem Panzer der Stoss in den Koerper drang und Gehirnerschuetterung oder Brueche verursachte. Der Schlagblattkopf buendelte diese Kraft auf die schmalen Spitzen der Blaetter und trieb den Stoss noch tiefer. Gewoehnlich wurde er mit dem Streitkolben in einer Hand und einem Schild in der anderen gefuehrt, abwehrend und schlagend, und oft auch vom Pferd gebraucht. Im Zeitalter des Panzers, wo die Hiebwaffe nichts ausrichtete, war der Streitkolben die unmittelbarste Antwort des Schlagens und Brechens.

Schwäche

Die Schwaeche des Streitkolbens ist seine kurze Reichweite und das Fehlen einer Schneide. Mit einem kurzen Stiel ist er gegen einen Feind mit Speer oder Stangenwaffe, der Abstand haelt, im Nachteil, und er kann nicht wie ein Schwert mit einem Hieb mehrere Linien zugleich bedrohen. Der Kopf ist schwer, sodass es Zeit braucht, von einem Schwung zum naechsten zu kommen, und ein Fehlschlag laesst leicht eine Bloesse fuer einen Gegenschlag. Vor allem ist gegen einen ungepanzerten Feind ein Schwert, das schneidet und sticht, wirksamer als ein stumpfer Kopf, der einen einzigen Punkt trifft, sodass das wahre Element des Streitkolbens stets im Kampf gegen Panzer lag.

Kulturelle Bedeutung

Der Streitkolben ist als Sinnbild der Macht jenseits einer Waffe tief in die menschliche Kultur eingegraben. Die Narmer-Palette des alten Aegypten (um 3100 v. Chr.) zeigt den Pharao, wie er einen Feind mit einem Streitkolben niederschlaegt, und zeigt, dass der Streitkolben frueh ein Sinnbild des Koenigtums war. Diese Keule der Autoritaet besteht fort als der zeremonielle Streitkolben, der heute in den Zeremonien der Parlamente, Universitaeten und Staedte getragen wird. In Osteuropa wurden der Schlagblatt-Streitkolben (der Pernatsch) und die Bulawa zu Sinnbildern des militaerischen Befehls, und im indischen Mythos erscheint die Keule namens Gada als Waffe des Helden Bhima und des Gottes Hanuman. Die Geschichte von der blutlosen Geistlichenwaffe indes ist reizvoll, aber ein Mythos mit wenig geschichtlicher Grundlage.

In der Popkultur

Der Streitkolben erscheint in Fantasy und Spielen gewoehnlich als die Schlagwaffe der Kleriker- und Paladinklasse. Der Aufbau in Dungeons and Dragons, dass der Kleriker einen Streitkolben fuehrt, entspringt eben dem Mythos von der blutlosen Geistlichenwaffe, ein Fall, in dem die Fiktion eine spaetere Geschichte unveraendert verfestigt. Der Schlagblatt-Streitkolben wird auch als reprasentative Schlagwaffe des gepanzerten Ritters in Werken mittelalterlicher Kulisse gezeichnet. In Werken ueber den indischen Mythos erscheint die Gada als sinnbildliche Waffe von Bhima und Hanuman. Der zeremonielle Streitkolben, der in Parlamenten und dergleichen als Sinnbild der Autoritaet gebraucht wird, ist auch in der Wirklichkeit weithin zu sehen.

Trivia

  • Der steinkoepfige Streitkolben gehoert zu den aeltesten Waffen der Menschheit und zu den fruehesten Sinnbildern der Macht: die Narmer-Palette Aegyptens (um 3100 v. Chr.) zeigt den Pharao, wie er einen Feind mit einem Streitkolben niederschlaegt, und von dieser Waffe der Koenige stammt der zeremonielle Streitkolben ab, der heute in den Zeremonien der Parlamente und Universitaeten getragen wird.
  • Die Geschichte, mittelalterliche Geistliche haetten den Streitkolben gefuehrt, um nach dem Kirchenrecht kein Blut zu vergiessen, oft mit Bischof Odo auf dem Teppich von Bayeux verbunden, ist ein spaeter gemachter Mythos mit wenig geschichtlicher Grundlage: Geistliche, die kaempften, gebrauchten verschiedene Waffen, und was das Kirchenrecht verbot, war nicht die Wahl der Waffe, sondern das Kaempfen selbst.
  • Der Schlagblatt-Streitkolben, der sich mit der Ausbreitung des Plattenpanzers entwickelte, buendelte seine Kraft auf schmale Blaetter, um den Stoss durch den Panzer zu tragen, und in Osteuropa wurden die Schlagblatt-Streitkolben (der Pernatsch und der Schestoper) und die Bulawa zu Sinnbildern des Befehls fuer slawische, kosakische und osmanische Anfuehrer.