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Der Rote Drache ist der hoechste der fuenf chromatischen (boesen) Drachen von Dungeons & Dragons und das ikonischste Drachenbild der westlichen Fantasy. Gary Gygax und Dave Arneson fuehrten ihn 1974 im Heft 'Monsters & Treasure' des Original-Boxsets als feuerspeienden Gipfel der Vulkan- und Gebirgsrevier-Drachen ein, und seit dem AD&D Monster Manual (1977) ist seine Gesinnung als Chaotisch Boese festgelegt. Im Monster Manual der fuenften Edition (2014) misst ein erwachsener Roter Drache 25 bis 30 Meter, Herausforderungsgrad 17, mit einem Sechzig-Fuss-Kegel von 18d6-Feueratem, waehrend der Uralte Rote Drache CR 24 erreicht mit einem Neunzig-Fuss-Kegel und 26d6 Schaden. Die moderne kanonische Gestalt ist Smaug aus J.R.R. Tolkiens 'Der Hobbit' (1937) — der purpurrote Drache, der auf dem Schatzhort des Einsamen Berges (Erebor) ruht — und die Farbsystematik von AD&D wird allgemein als direkte Uebernahme der Smaug-Ikonografie gelesen. Dieselbe Linie zieht sich ueber Takhisis, die Dunkle Koenigin der Drachenlanze, ueber den Shivan Dragon aus 'Magic: The Gathering' (ab 1993) bis zu den Begegnungen mit Uralten Roten Drachen in Baldur's Gate 3 (2023).

Ursprung

Die direkte Quelle ist das Heft 'Monsters & Treasure' des 1974er Original-Boxsets von Dungeons & Dragons, in dem Gygax und Arneson dem roten Drachen den feuerspeienden Spitzenplatz unter den fuenf boesen Drachen zuwiesen. Das AD&D Monster Manual (1977) von Gygax fixierte Feueratem, purpurrote Schuppen, die Chaotisch-Boese-Gesinnung und die Altersstufen Wyrmling, erwachsen und uralt. Der moderne visuelle Archetyp ist Smaug aus Tolkiens 'Der Hobbit' (1937); Tolkiens eigenes Aquarell 'Smaug Above the Treasure Heap' (1937, Tolkien-Sammlung der Bodleian Library, Oxford) zeigt die purpurroten Schuppen und den Goldhort. James Wards 'Deities & Demigods' (1980) installierte Takhisis als Muttergottheit der chromatischen Fuenf, und die zweite Edition 'Draconomicon' (1990, Nigel Findley u. a.) wurde zum Taxonomiekanon. Der tiefere mythische Stammbaum reicht ueber Fáfnir der nordischen Sage, Illuyanka des hethitischen Anatoliens, Ladon der griechischen Mythologie bis zum mesopotamischen Mušḫuššu zurueck.

Merkmale

  • Fuenfundzwanzig bis dreissig Meter lang, purpurrot beschuppt, feuerspeiender Gipfel der chromatischen Drachen
  • Sechzig- bis Neunzig-Fuss-Kegel-Feueratem mit 18d6 bis 26d6 Schaden in der fuenften Edition
  • Chaotisch boese Gesinnung mit extremem Stolz, Gier und Rachsucht
  • Besessen von Gold und Edelsteinen, schlaeft auf einem ungeheuren Schatzhort
  • Hochintelligent, spricht menschliche Sprachen und zaubert in der fuenften Edition bis zur neunten Stufe
  • Lebensdauer ueber zwoelfhundert Jahre; mit dem Alter dunkelt die Schuppe und die Flamme wird heisser

Geschichten

Standardbild des Kampagnen-Endgegners im Pen-and-Paper-Rollenspiel, mit Berghoehle, Schatzhort und der erpressten Tributzahlung menschlicher Siedlungen als seit dem Monster Manual von 1977 festgelegtem Muster. Von Tolkiens Smaug an ist es die universellste Vorlage des Feuerdrachen in englischsprachiger Fantasy — Drogon in 'Game of Thrones', Alduin in 'Skyrim', die Bossdrachen der Elder Scrolls- und Dragon-Age-Reihen schoepfen aus derselben Silhouette.

Schwäche

Der extreme Stolz macht ihn fuer Schmeichelei und Verhandlungstaktiken offen; das Gespraech zwischen Bilbo und Smaug in 'Der Hobbit' ist die kanonische Szene, und das AD&D-'Draconomicon' von 1990 kodifiziert denselben Zug als regelseitige Schwaeche. Er ist anfaellig fuer Kaeltezauber wie Kegel der Kaelte, und seine Feuerresistenz schliesst Kaelteschaden in der fuenften Edition ausdruecklich nicht ein.

Kulturelle Bedeutung

Das Bild ist ein vielschichtiger Synkretismus aus germanisch-nordischer Hortdrachen-Mythologie (Fáfnir), anatolischem Illuyanka, mittelalterlichen europaeischen Bestiarien (Aberdeen Bestiary, zwoelftes Jahrhundert) und Tolkiens Smaug, ueber D&D aufgenommen und seit den 1980er Jahren auf die gesamte englischsprachige Fantasy als kanonisches 'Boss-Drachen'-Bild zurueckprojiziert.

In der Popkultur

TSR D&D Originalset (1974), AD&D Monster Manual (1977), Smaug in Tolkiens 'Der Hobbit' (1937), Takhisis in 'Deities & Demigods' (1980), 'Draconomicon' (1990), Drachenlanze-Chroniken (ab 1984) von Margaret Weis und Tracy Hickman, Shivan Dragon in 'Magic: The Gathering' (ab 1993), Monster Manual der fuenften Edition (2014), 'Fizban's Treasury of Dragons' (2021) und Baldur's Gate 3 (2023).

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