
Tate-Schild
Großer Standschild des feudalen Japans
Der Tate ist der grosse Holzschild Japans, auf den Boden gestellt und von hinten als Deckung gebraucht, ein feststehendes Verteidigungsstueck mit einer Gebrauchsphilosophie, die sich grundlegend vom westlichen Schild unterscheidet, der in der Hand gehalten und bewegt wird. Etwa 120 bis 150 cm hoch, war er gross genug, den ganzen Koerper eines Mannes zu verbergen. Er wurde hauptsaechlich im Belagerungs- und Verteidigungskrieg als Deckung gebraucht, hinter der die Bogenschuetzen, hinter dem Tate verborgen, ihre Pfeile schossen, und mehrere in einer Reihe aufgestellt bildete er eine sofortige Wand. Eine Stuetze wurde dahinter gesetzt, um ihn schraeg aufzustellen, und ein Wappen wurde oft auf die Flaeche gemalt, um das Lager zu kennzeichnen. Die Kultur des japanischen Kriegeradels hatte die eigentuemliche Ueberlieferung, dass der Einzelne keinen Schild in der Hand trug, geboren aus einer Kampfweise, die zweihaendige Waffen wie das Katana und das Yari, den Schutz der Ruestung selbst und die grossen Schulterschilde (die O-sode) schaetzte. So nahm in Japan der Schild den Charakter einer Verteidigungsanlage zum Bau einer Stellung an, nicht einer persoenlichen Ausruestung.
Ursprung
Der Tate ist ein in Japan von alters her gebrauchter Schild, dessen Gebrauch sich ueber die Zeiten vom handgehaltenen persoenlichen Schild zu einer auf den Boden gestellten feststehenden Wand verlagerte. Im Japan der Yayoi- und Kofun-Zeit wurden Handschilde gebraucht, doch als der Samurai-Kampf, der sich um berittenes Bogenschiessen und zweihaendige Waffen drehte, Fuss fasste, verblasste der Brauch, dass der Einzelne einen Schild trug, allmaehlich. Stattdessen entwickelte sich der Tate, ein grosses aufgestelltes Holzbrett, um Pfeile aufzuhalten, und festigte sich als Deckung im Belagerungs- und Feldkrieg. In den grossen Schlachten der Sengoku-Zeit stellten sich Bogenschuetzen und spaeter Arkebusen-(Teppo-)Schuetzen hinter dem Tate auf, und er wurde ein Schluesselwerkzeug der Taktik, um im Feld eine sofortige Verteidigungslinie zu errichten.
Merkmale
- Ein grosser Holzschild von etwa 120 bis 150 cm Hoehe
- Auf den Boden gestellt und mit einer Stuetze befestigt
- Hauptsaechlich als Deckung fuer Bogenschuetzen gebraucht
- Mehrere in einer Reihe aufgestellt, eine sofortige Wand bildend
- Ein Wappen auf die Flaeche gemalt, um das Lager zu kennzeichnen
- Ein Spiegel der Samurai-Kultur, keinen persoenlichen Schild zu gebrauchen
Geschichten
Der Tate wurde als feststehende Wand gebraucht, um die Pfeile der Bogenschuetzen im Belagerungs- und Verteidigungskrieg aufzuhalten. Das grosse Holzbrett wurde auf den Boden gestellt und mit einer Stuetze dahinter schraeg befestigt, und ein Bogenschuetze verbarg sich dahinter und lehnte sich nur im Augenblick des Schiessens hinaus. In einer dichten Reihe aufgestellt, machte er eine sofortige Verteidigungslinie wie eine Feldpalisade und schirmte die Truppe vor den Pfeilen und dem Ansturm des Feindes ab. In der Sengoku-Zeit luden und feuerten auch Schuetzen hinter dem Tate und schuetzten sich waehrend der langsamen Ladezeit. In gewoehnlichen Zeiten wurde er als Gepaeck getragen und aufgestellt, wenn ein Lager geschlagen wurde.
Schwäche
Die Schwaeche des Tate ist die Tatsache des Feststehens selbst. Da er ein auf den Boden gestellter Bau ist, konnte er von einem Ort nur eine Richtung decken, sodass er nutzlos wurde, wenn der Feind um die Flanke oder den Ruecken ging, und im beweglichen Kampf, der den Ort wechselt, war er gar nicht zu gebrauchen. Gross und schwer, war er auf dem Marsch beschwerlich zu tragen, und ihn bei jedem Lager aufzustellen und wegzuraeumen kostete Muehe. Aus Holz gemacht, fing er von einem Brandpfeil leicht Feuer, und wenn ein Feind, der herankam, ihn umstiess oder ueberkletterte, brach die Verteidigungslinie zusammen. Er war letztlich ein Werkzeug des Stellungskampfes, einen Ort zu nehmen und zu halten.
Kulturelle Bedeutung
Der Tate ist ein Stueck, das die Samurai-Kultur des 'keinen Schild in der Hand Haltens' schlicht zeigt. Anders als der westliche Ritter, der mit einem Schild in einer Hand kaempfte, schaetzte der Samurai den Gebrauch von Bogen, Schwert und Speer mit zwei Haenden und trug keinen persoenlichen Schild, dessen Verteidigungsrolle sich auf die Ruestung, die grossen Schulterschilde (die O-sode) und den stehenden Tate verteilte. Bemerkenswert ist, dass auch der Westen die Pavese hatte, einen grossen feststehenden Schild, hinter dem sich Armbrustschuetzen verbargen, was zeigt, dass zwei ferne Kulturen zur selben Antwort eines 'auf den Boden gestellten Schildes' kamen. Das auf einen Tate gemalte Wappen wurde zu einem Zeichen des Lagers auf dem Schlachtfeld und bildet eine Seite einer japanischen Wappenkultur.
In der Popkultur
Der Tate erscheint oft als die Wand eines Lagers in Historiendramen, Filmen und Spielen ueber die Sengoku-Zeit und Samurai-Schlachten. Der Anblick grosser, mit einem Wappen bemalter Holzschilde, in einer Reihe aufgestellt, wird als sinnbildliche Szene eines japanischen Feldlagers gezeichnet, und die Szene von Bogen- und Gewehrschuetzen, die dahinter schiessen, ist vertraut. In der Fiktion gibt es jedoch Faelle, die die Genauigkeit verfehlen, indem sie selbst dem Samurai einen Handschild westlicher Art geben, und von der wirklichen Samurai-Kultur abweichen, die keinen persoenlichen Schild gebrauchte. In Spielen wird er oft als aufstellbare Deckung oder Lagerverteidigungsanlage umgesetzt.
Trivia
- Die Kultur des japanischen Kriegeradels hatte die eigentuemliche Ueberlieferung, dass der Einzelne keinen Handschild trug, dessen Verteidigungsrolle sich auf die Ruestung, die grossen Schulterschilde (die O-sode) und den stehenden Tate verteilte.
- Einen grossen Schild, so aufgestellt, dass ein Schuetze sich dahinter verbirgt, wie den Tate, gab es auch im Westen als die Pavese, sodass zwei ferne Kulturen zur selben Loesung kamen.
- In der Sengoku-Zeit schossen nicht nur Bogenschuetzen, sondern auch Arkebusen-(Teppo-)Schuetzen hinter dem Tate und schuetzten sich waehrend der langsamen Ladezeit.