
Uma-yoroi
Japanische Pferderüstung der Samurai-Ära
Der Uma-yoroi (Pferdeharnisch) ist die Ruestung, gemacht, um das Streitross des japanischen Samurai zu schuetzen, eine eigentuemliche Verteidigung, die Japans eigene Kunst des Ruestungsbaus auf das Pferd anwandte. Drei Teile bilden seinen Kern: der Bamen, der den Kopf deckt, der Kubi-yoroi, der den Hals umhuellt, und der Muna-ate, der die Brust deckt, und er ist leicht und schlicht im Vergleich zur westlichen Rossruestung (Barding), die das ganze Pferd umschloss. Die Art, ihn durch das Schnueren kleiner Schuppen (Kozane) mit Schnueren zu machen, ist dieselbe wie beim O-yoroi des Samurai, sodass er die fuer die japanische Ruestung kennzeichnende Biegsamkeit und Leichtigkeit der Reparatur behielt und doch reichlich Schutz gab. Der Bamen wurde oft praechtig und drohend ueber eine blosse Decke hinaus nach dem Gesicht eines Drachen oder Tieres gestaltet, was zeigt, dass die Aesthetik des Ruestungshandwerks bis zum Pferd reichte. Als der berittene Kampf in der Sengoku-Zeit an Bedeutung gewann, weitete sich der Gebrauch des Uma-yoroi aus, doch er verbreitete sich nie so weit wie die westliche Rossruestung.
Ursprung
Der Uma-yoroi gilt als im mittelalterlichen Japan auf der Grundlage der Samurai-Ruestungstechnik entwickelt. Die lamellare Methode, kleine Schuppen mit Schnueren zu schnueren, unmittelbar auf das Pferd angewandt, wurde er mit derselben Kunst wie die Ruestung eines Mannes gemacht. Sein Gebrauch weitete sich aus, als der berittene Kampf in der Sengoku-Zeit an Bedeutung gewann, doch er entwickelte sich nicht zu einer schweren Rossruestung, die das ganze Pferd umhuellte, wie im Westen. Dies war, weil der berittene Kampf auf dem japanischen Schlachtfeld verhaeltnismaessig weniger zentral war als in Europa, weil Japans raues Gelaende, gebirgig und mit Reisfeldern bedeckt, einem schweren Reiterangriff nicht entsprach, und weil die Pferde selbst verhaeltnismaessig klein waren. So blieb der Uma-yoroi beim Decken der Schluesselstellen wie Kopf, Hals und Brust.
Merkmale
- Aus dem Bamen (Kopf), dem Kubi-yoroi (Hals) und dem Muna-ate (Brust) zusammengesetzt
- Leicht und schlicht im Vergleich zur westlichen Rossruestung
- Dieselbe Machart wie der O-yoroi, kleine Schuppen mit Schnueren geschnuert
- Ein eigentuemlich japanischer Entwurf mit Biegsamkeit und Leichtigkeit der Reparatur
- Praechtige Verzierung des Bamen in Gestalt eines Drachen oder Tieres
- Gebrauch weitete sich mit dem Wachstum des berittenen Kampfes in der Sengoku-Zeit aus
Geschichten
Der Uma-yoroi wurde als Geraet des berittenen Kampfes gebraucht, um das Streitross des Samurai in der Schlacht zu schuetzen. Mit dem Bamen ueber dem Gesicht des Pferdes, dem Kubi-yoroi ueber dem Hals und dem Muna-ate ueber der Brust deckte er die Schluesselstellen des Pferdes vor Pfeilen und Speerspitzen in einem frontalen Ansturm. Da er eine geschnuerte Struktur wie die Ruestung eines Mannes war, behinderte er die grossen Bewegungen des laufenden und wendenden Pferdes nicht stark, und ein beschaedigter Teil liess sich leicht durch das Auswechseln einiger Schuppen ausbessern. Vor allem ueberawte der praechtige, nach einem Drachen gestaltete Bamen die Pferde und Soldaten des Feindes, sodass es auch ein Geraet war, das Verteidigung und Zurschaustellung zugleich suchte.
Schwäche
Die Schwaechen des Uma-yoroi sind seine geringe Deckung und seine Grenze gegen das Durchdringen. Da er nur die vorderen Schluesselstellen wie Kopf, Hals und Brust deckte, liess er Flanken, Bauch und Beine groesstenteils blank, sodass er das Pferd vor einem von der Seite oder von hinten kommenden Angriff nicht ganz schuetzen konnte. Und da er eine Struktur aus kleinen, mit Schnueren geschnuerten Schuppen war, war er verhaeltnismaessig schwach gegen einen starken Stich oder durchdringenden Angriff im Vergleich zur westlichen Rossruestung, die das ganze Pferd in glatter Platte umhuellte. Das Gewicht der Ruestung zehrte auch an der Ausdauer des Pferdes, sodass der Uma-yoroi am Ende ein Erzeugnis des Kompromisses war, das Leichtigkeit und Zweckmaessigkeit waehlte und bei der Deckung nachgab.
Kulturelle Bedeutung
Der Uma-yoroi ist ein seltenes Geraet, das zeigt, wie die japanische Reiterkultur und das Ruestungshandwerk bis zum Pferd reichten. Darin, dass er mit derselben Technik wie der O-yoroi eines Mannes gemacht war, sieht man, dass die Entwurfsphilosophie der japanischen Ruestung, Stoff, Schnur und kleine Platten zu verweben, um die Biegsamkeit lebendig zu halten, auch auf das Streitross uebertragen wurde. Besonders der praechtige, nach dem Gesicht eines Drachen oder Daemons gestaltete Bamen birgt, wie das Maedate des Kabuto, das die Wuerde eines Befehlshabers auf dem Feld zeigte, die Aesthetik des japanischen Kriegeradels, der selbst das Pferd zu einem Kunstwerk machen wollte. Doch weil er nicht so weit wie im Westen gebraucht wurde, sind erhaltene Stuecke sehr selten, und ein paar Museumsstuecke ueberliefern sein Handwerk.
In der Popkultur
Der Uma-yoroi erscheint dann und wann als das Streitross-Geraet eines Befehlshabers in Historiendramen, Filmen und Spielen ueber die Sengoku-Zeit und Samurai-Schlachten. Besonders ein Pferd, das einen nach einem Drachen gestalteten Bamen traegt, wird als eindringliches visuelles Mittel gezeichnet, das die Wuerde eines Befehlshabers zeigt. Es findet jedoch weniger Beachtung als die Ruestung oder der Helm eines Mannes, sodass in der Fiktion das Streitross oft blank gezeichnet oder mit westlicher Rossruestung vermischt wird. In Spielen wird er bisweilen als ein seltenes, hochwertiges Stueck behandelt, das den Rang eines berittenen Befehlshabers hebt.
Trivia
- Der Uma-yoroi wurde wie der O-yoroi eines Mannes durch das Schnueren kleiner Schuppen (Kozane) mit Schnueren gemacht, ein Geraet, das die Technik der japanischen Ruestung unmittelbar auf das Pferd anwandte.
- Weil der berittene Kampf auf dem japanischen Schlachtfeld weniger zentral war und das raue Gelaende von Bergen und Reisfeldern einem schweren Reiterangriff nicht entsprach, verbreitete sich der Uma-yoroi nicht so weit wie die westliche Rossruestung.
- Der das Gesicht des Pferdes deckende Bamen wurde oft praechtig in Gestalt eines Drachen oder Daemons verziert und suchte Verteidigung und die Zurschaustellung der Wuerde zugleich.