
Claymore
Das schottische Großschwert der Highlander
Der Claymore ist das grosse beidhaendige Schwert des schottischen Hochland-Kriegers, dessen Name vom gaelischen claidheamh-mor, dem grossen Schwert, kommt. Mit etwa 130 bis 150 cm Gesamtlaenge und 2,2 bis 2,8 kg Gewicht sind seine auffaelligsten Merkmale die nach vorn geneigte V-foermige Parierstange und die Vierpass-, Vierblatt-, Enden an den Spitzen der Parierstangen. Seine Gewichtsverteilung eignet sich fuer weite, bogenfoermige Hiebe, sodass er stark im breit mit beiden Haenden geschwungenen Maehhieb ist. Er wurde von den Kriegern der schottischen Clans vom 15. bis zum 17. Jahrhundert gebraucht und ist weithin als eine Waffe bekannt, die fuer die schottische Kriegertradition sinnbildlich steht.
Ursprung
Der Claymore ist ein grosses beidhaendiges Schwert, das im 15. Jahrhundert im schottischen Hochland erschien und bis ins 17. gebraucht wurde. Er wird oft als Sinnbild der schottischen Unabhaengigkeit angefuehrt, doch diese grosse beidhaendige Form fasste nach der Zeit von William Wallace und Robert the Bruce Fuss, sodass das, was bei Stirling Bridge 1297 oder Bannockburn 1314 gebraucht wurde, Schwerter und Speere einer frueheren Form waren: die Verbindung zwischen dem Claymore und den Unabhaengigkeitskriegen ist groesstenteils ein spaeteres Sinnbild. Der Name Claymore wurde spaeter auch fuer das korbgefaesste Breitschwert des 17. und 18. Jahrhunderts gebraucht, sodass er zwei verschiedene Schwerter benannte.
Merkmale
- Eine Gesamtlaenge von etwa 130 bis 150 cm, ein Gewicht von etwa 2,2 bis 2,8 kg
- Eine nach vorn geneigte V-foermige Parierstange, ein eigentuemliches Design
- Vierpass-, Vierblatt-, Enden an den Spitzen des Gefaesses
- Eine Waffe, die fuer den schottischen Clan-Krieger sinnbildlich steht
- Ein Name vom gaelischen Wort fuer grosses Schwert
- Eine Gewichtsverteilung, fuer weite, bogenfoermige Hiebe geeignet
Geschichten
Der Claymore war eine Waffe, die breit mit beiden Haenden geschwungen wurde, um einen Feind niederzumaehen und zu schneiden. Dank seiner langen, schweren Klinge und einer fuer weite Boegen gemachten Gewichtsverteilung konnte ein einziger Schwung mehrere Maenner zugleich bedrohen oder die Formation eines Feindes aufbrechen. Im Krieg zwischen den Clans wurde er als Stosswaffe gebraucht, wobei der Krieger an der Spitze das grosse Schwert schwang, als er hereinstuermte, um die feindliche Linie zu brechen. Die beruehmte spaetere Taktik des Highland Charge und die jakobitischen Aufstaende wie Culloden jedoch wurden von den Hochlaendern nicht mit diesem beidhaendigen Claymore, sondern mit dem korbgefaessten Breitschwert gefochten, das zusammen mit einem kleinen Rundschild, der Targe, gebraucht wurde.
Schwäche
Die Schwaeche des Claymore ruehrt aus seiner Groesse und seinem Gewicht. Gross und schwer, muss er in beiden Haenden gehalten werden, sodass er keine Hand fuer einen Schild laesst, und in einem engen Raum oder einer dichten Formation ist kein Platz, ihn breit zu schwingen, sodass er seine volle Kraft nicht zeigen kann. Nach einem einzigen Schwung braucht es Zeit, in die naechste Bewegung zu kommen, sodass er von einem Feind mit einer schnellen, flinken Waffe wie dem Rapier an Geschwindigkeit ueberholt wird. Von Natur ist er eine Waffe, die nur glaenzt, wenn sie breit im offenen Raum geschwungen wird.
Kulturelle Bedeutung
Der Claymore ist eine nationale Waffe, die fuer das schottische Hochland und die Clan-Kultur sinnbildlich steht. An den Geist der Unabhaengigkeit gegen England gebunden, fasste er sich als Sinnbild der schottischen Kriegertradition fest: das Bild von William Wallace, der im Film Braveheart ein grosses Schwert schwingt, verbreitete diesen Eindruck weithin, obwohl es als Darstellung aus seiner Zeit gefallen ist. Im National Wallace Monument in Stirling wird ein riesiges Schwert aufbewahrt, das Wallaces sein soll, doch seine Echtheit und Datierung sind unter Gelehrten umstritten. Die moderne M18-Claymore-Mine indes wurde nach diesem schottischen Schwert benannt, in dem Sinn, dass sie den Feind wie ein grosses Schwert hinwegfegt.
In der Popkultur
Der Claymore ist eines der beruehmtesten grossen beidhaendigen Schwerter in Fantasy und Spielen. In Spielen wie Dark Souls und Final Fantasy wird er gewoehnlich als reprasentativer Name einer Klasse schweren, starken Grossschwerts gebraucht, und in Filmen und Serien, die in Schottland spielen, wie Braveheart und Outlander, erscheint er als sinnbildliche Waffe des Hochland-Kriegers. In der Fiktion wird grosses Schwert jedoch oft ungeachtet der Epoche als Claymore zusammengeworfen, und der beidhaendige Claymore und das korbgefaesste Breitschwert werden oft nicht unterschieden.
Trivia
- Der Name Claymore kommt vom gaelischen claidheamh-mor, dem grossen Schwert, und benennt zwei Dinge, was oft Verwirrung stiftet: das grosse beidhaendige Schwert des 15. und 16. Jahrhunderts mit seinem geneigten Gefaess und den Vierpass-Enden und das spaetere korbgefaesste Breitschwert des 17. und 18. Jahrhunderts, das die Jakobiten trugen.
- Die moderne M18-Claymore-Richtmine gegen Personen wurde nach diesem schottischen Schwert von ihrem Konstrukteur benannt, aus der Idee, dass sie den Feind mit einem Streich wie ein grosses Schwert hinwegfegt.
- Der beidhaendige Claymore wurde zu einem nationalen Sinnbild des schottischen Hochlands und des Clan-Kriegers, doch der beruehmte Highland Charge und die jakobitischen Aufstaende (Culloden 1746) wurden hauptsaechlich nicht mit dem beidhaendigen Schwert, sondern mit dem korbgefaessten Breitschwert und dem Rundschild, der Targe, gefochten, und die Echtheit des Wallace-Schwerts, das im National Wallace Monument aufbewahrt wird, ist umstritten.