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Kriegshundepanzer

Schutzrüstung für Militärhunde

Die Kriegshundruestung ist die kleine Ruestung, die nach dem Harnisch eines Mannes fuer den grossen Hund gemacht ist, den man in den Krieg fuehrte, und sie steht als eines der aeltesten Stuecke Kriegsgeraet, das die Menschenhand je auf den Leib eines Tieres gelegt hat. Die gewoehnlichste Gestalt ist das mit Spitzen besetzte eiserne Halsband, zusammen mit einer Leibplatte aus Kettenhemd oder geharztem Leder ueber Brust und Ruecken und kleinen tuchbespannten Tafeln an Schulter und Flanke. Das Spitzenhalsband diente nicht einem, sondern zwei Zwecken, denn es deckte den dicken Hals des Hundes gegen die Spitze des feindlichen Schwertes und die Zaehne des Wolfes, und wenn der Hund anstuermte, taten die Spitzen selbst das Werk einer Waffe. Dieselbe Gestalt lief vom Molossus des alten Rom zum Alaunt und Mastiff des mittelalterlichen Europas und weiter zum spanischen Mastiff der Neuen-Welt-Eroberung des 16. Jahrhunderts, und dieselbe Linie lebt heute in den Schutzwesten der Kriegshunde des United States Naval Special Warfare und der Polizeihunde vieler Laender weiter, und so bildet sie die seltene Linie, in der eine Ruestung eines Tieres die Ruestung eines Mannes ueberdauerte.

Ursprung

Das Fuehren eines grossen Hundes in die Schlacht reicht zumindest bis zu den Reliefs Assyriens und Aegyptens des 7. Jahrhunderts vor Christus zurueck, und Polybios von Griechenland und Plinius von Rom schrieben, dass der Molossus, der grosse Hund von Epirus, dem Heer folgte und das Werk des Boten und der Wache tat. Das Spitzenhalsband selbst war noch aelter, ein Geraet des Hirten, in weitem Gebrauch am Hund, der die Herde vor dem Wolf schuetzte, und als dasselbe Geraet ins Heer gebracht wurde, wuchs es natuerlich zu einem Zeichen des Kriegshundes. Im mittelalterlichen Europa wurden der Alaunt, der grosse Jagdhund der Iberischen Halbinsel, und der Mastiff gleichermassen zur Jagd und ins Feld gefuehrt, und in den Jagd- und Kriegsrollen des 13. und 14. Jahrhunderts erscheint die Gestalt eines grossen Hundes mit Spitzenhalsband und Leibplatte. Zum ersten Mal wird eine volle Ruestung an einem Kriegshund oft im 16. Jahrhundert gezeichnet, in der Eroberung der Neuen Welt, als der grosse spanische Mastiff (perros de guerra) im Kettenhemd und geharztem Leder kaempfte.

Merkmale

  • Spitzenhalsband aus Eisen im Kern
  • Leibplatte aus Kettenhemd oder geharztem Leder ueber Brust und Ruecken
  • Tuchbespannte Tafeln oder kleine Lederdecken an Schulter und Flanke
  • Zugeschnitten auf grosse Hunderassen wie Molossus, Alaunt und Mastiff
  • Doppelter Gebrauch des Spitzenhalsbands, Schutz und Schlag zugleich
  • Auf die vielen Aufgaben des Heeres zugeschnitten, vom Boten und der Wache zum Spaeher und Sturm

Geschichten

Die Kriegshundruestung war ein Werkzeug, das Werk einer Tier-Waffe im Felde laenger am Leben zu halten. Das Spitzenhalsband deckte den dicksten Halsmuskel und die grosse Arterie des Hundes vor dem ersten Hieb des Feindes, und dieselben Spitzen rissen das Schienbein des Fussmanns im Anstuermen des Hundes auf und brachten ihn zum Stehen. Die Leibplatte ueber Brust und Ruecken hielt gegen Pfeile und kurze Speere, und die Tafeln an der Flanke wandten einen schraegen Schnitt ab, der in die Seite drang. Das Heer Roms trug Molossi mit Spitzenhalsband auf Wachen- und Botendienst, und die Herren des mittelalterlichen Europas fuehrten Alaunt und Mastiff gleichermassen zur Jagd und zur Feldverfolgung und setzten sie auf den Feind, der die Reihen brach und floh. Der spanische Mastiff in der Eroberung der Neuen Welt im 16. Jahrhundert wurde zu einer der gefuerchtetsten Waffen der Eroberung in der Karibik und in Mittelamerika, und die diplomatische Schrift Englands haelt fest, dass um 1543 Heinrich VIII. dem Kaiser Karl V. vierhundert geruestete Mastiffs sandte, um ihm im Krieg gegen Frankreich zu helfen.

Schwäche

Die Grenzen der Kriegshundruestung wuchsen vor allem aus dem kleinen Leib des Tieres, das sie trug. Eine Garnitur aus Kettenhemd und geharztem Leder legte fuenf bis zehn Kilogramm auf den Ruecken des Hundes, und das war, in Menschenmasse, als trueg ein Mann den ganzen Harnisch eines anderen auf den Schultern, und der schnelle Lauf und die lange Ausdauer des Hundes wurden stark gemindert. Der Kopf, die Beine und der Bauch des Hundes blieben am Sitz der Ruestung stets blank, und so waren Schnitte und Stiche auf die blanken Stellen eine echte Gefahr, und das Spitzenhalsband druckte auf der Innenseite ins Fleisch des Hundes und schlug Wunden, wenn es zu lang getragen wurde. Vor allem nutzte sich eine Garnitur schneller ab als der Harnisch eines Mannes, und jede musste eigens fuer den Leib eines einzelnen Hundes gefertigt werden, und so stand die Kriegshundruestung oft als ein Luxus, den Herren und Eroberer zum eigenen Schaustueck pflegten, und konnte nicht in geordneten Reihen wie das Geraet des gemeinen Fussvolks ausgeteilt werden.

Kulturelle Bedeutung

Die Kriegshundruestung steht als das klarste visuelle Zeichen einer der aeltesten Linien, auf der der Mensch die Seite des Tieres in der Schlacht nahm. Die grossen spanischen Mastiffs Becerrillo und Leoncillo der Eroberung der Neuen Welt des 16. Jahrhunderts folgten den eroberenden Parteien in Ruestung, und ihre Gestalt wurde in spanischen Schriften des 16. Jahrhunderts und in spaeterem Gemaelde niedergelegt und machte ein Antlitz der Furcht, das in die Grausamkeit der Eroberung gewebt war. Die diplomatische Schrift Englands, dass um 1543 Heinrich VIII. dem Karl V. vierhundert geruestete Mastiffs sandte, und die in der Wallace Collection in London, den Royal Armouries in Leeds und dem Museo Stibbert in Florenz erhaltenen italienischen und spanischen Jagdhundruestungen des 16. und 17. Jahrhunderts tragen ihr Handwerk bis heute. Vor allem sind die Schutzwesten der Kriegshunde des United States Naval Special Warfare und der Polizeihunde vieler Laender die direkten Erben derselben Linie, und die Weste, die der belgische Malinois Cairo trug, der an der Razzia der Vereinigten Staaten teilnahm, die 2011 Bin Laden ein Ende setzte, ist ihr bestbekanntes lebendes Antlitz.

In der Popkultur

Die Kriegshundruestung erscheint als furchterregendes visuelles Zeichen in Filmen, Historiendramen und Spielen ueber das Mittelalter und das Zeitalter der Eroberung. Der grosse Hund kurz vor dem Zeitalter der Eroberung in Apocalypto (2006), die Werke, die die eroberenden Parteien zeichnen wie The Lost City of Z (2016), und die kurzen Mastiffs im BBC-Drama Die Tudors zeigen unter ihnen welche, die Ruestung tragen. Die Szene eines grossen Hundes, den die persische Seite in 300 ins Feld fuehrt, ist auch derselben Linie, und die Total-War-Reihe der Strategiespiele setzt Alaunt- und Mastiff-Einheiten eigens, mit dem Spitzenhalsband und der Leibplatte treu wiedergegeben. In modernen Kriegswerken wird die Schutzweste des Kriegshundes, die kurz in Zero Dark Thirty (2012) in der Szene der Bin-Laden-Razzia zu sehen ist, vor Augen gefuehrt, und Dokumentarfilme wie Inside the Navy SEALs zeigen die Ruestung der Kriegshunde, die als Erben Cairos gelten koennen, im Einzelnen.

Trivia

  • Becerrillo, der spanische Mastiff der Eroberung der Neuen Welt des 16. Jahrhunderts, der beruehmteste Kriegshund, der den Parteien von Vasco Nunez de Balboa und Juan Ponce de Leon folgte, war mit dicker Kette und Spitzenhalsband bewaffnet, und seine Gestalt wurde in spaeterem Gemaelde zu einem Zeichen, das in die Grausamkeit der Eroberung gewebt war.
  • Die diplomatische Schrift Englands haelt fest, dass um 1543 Heinrich VIII. dem Kaiser Karl V. vierhundert geruestete Mastiffs sandte, um ihm im Krieg gegen Frankreich zu helfen, und so stand der Kriegshund einst als ein Stueck in der Hand der Diplomatie.
  • Die Schutzweste, die der belgische Malinois Cairo trug, der an der Razzia der Vereinigten Staaten teilnahm, die 2011 Bin Laden ein Ende setzte, ist das bestbekannte lebende Erbe der Linie der Kriegshundruestung, die vom Spitzenhalsband herabreicht.