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Schatten

49 Einträge mit dem Tag "Schatten"

🐉Kreaturen(4)
🐉Drachen(3)
yamata-no-orochi

Yamata-no-Orochi (achtgegabelter Riesenschlangendrache) ist die ikonischste vielkoepfige Schlange der japanischen Mythologie, niedergeschrieben im fruehen achten Jahrhundert in den beiden Gruendungschroniken des japanischen Staates: dem 'Kojiki' (712) des Ō no Yasumaro und dem 'Nihon Shoki' (720), kompiliert unter Prinz Toneri. Die Schlange traegt acht Koepfe und acht Schwaenze, und ihr Leib ist so gewaltig, dass er 'acht Taeler und acht Ruecken bedeckt, mit Zypressen und Zedern auf dem Ruecken, und der Bauch ist staendig entzuendet und blutig'. Sie erscheint jaehrlich am Hi-Fluss (heute Hii) im Land Izumo (oestliche Praefektur Shimane) und fordert eines der Maedchen des Alten Paares Ashinazuchi und Tenazuchi als Tribut. Nachdem sie sieben der acht Toechter verschlungen hat, naht sich die letzte, Kushinada-hime, als der vom Himmel verbannte Sturmgott Susanoo nach Izumo herabsteigt. Susanoo braut yashiori-no-sake (achtfach destillierten Wein) und fuellt acht grosse Bottiche, die er vor acht Toren aufstellt, sodass Orochis acht Koepfe in je einem Bottich trinken. Sobald die acht Koepfe sinnlos betrunken sind, schlaegt er sie und die acht Schwaenze mit dem goettlichen Schwert Totsuka-no-Tsurugi ab. Beim Hieb in den letzten Schwanz schartet die Klinge an einem darin verborgenen Gegenstand: dem Kusanagi-no-Tsurugi (auch Ame-no-Murakumo-no-Tsurugi), einem der Drei Heiligen Schaetze des japanischen Kaiserhauses, heute aufbewahrt im Atsuta-Schrein in Nagoya, Praefektur Aichi.

🐉Humanoide(5)
goblin

Goblin

Goblin · Das listige kleine Volk — Räuber, die von Zahl und List leben

Der Goblin ist der verbreitetste 'kleine Pluender-Humanoid' der modernen englischsprachigen Fantasy, abstammend von den boshaften Kleinfeen der mittelalterlichen europaeischen Folklore und kodifiziert ueber drei Textebenen: die viktorianische Kinderliteratur in Christina Rossettis 'Goblin Market' (1862) und George MacDonalds 'The Princess and the Goblin' (Edinburgh, 1872), J.R.R. Tolkiens 'Der Hobbit' (1937), Kapitel vier bis sechs, die Goblins der Nebelberge, und das Original-Boxset von Dungeons & Dragons (1974) von Gary Gygax und Dave Arneson. Goblins sind neunzig bis hundertzwanzig Zentimeter gross, mit drahtigem Wuchs, ueberdimensionalen Ohren und Nasen, gelbgruener oder aschfarbener Haut, gelben Augen und scharfen Eckzaehnen. Sie leben in Stammeswarrens in Hoehlen, Ruinen und dunklen Waeldern und ernaehren sich von Fallen, Hinterhalten und Raubzuegen. Ihre Einzelkampfkraft ist niedrig — Herausforderungsgrad 1/4 (sieben Trefferpunkte, Ruestungsklasse fuenfzehn) im Monster Manual der fuenften D&D-Edition (2014) — aber Zahl, Schlaue und Improvisation machen sie zur dauerhaften Bedrohung. Ihre Gesinnung wurde im AD&D Monster Manual von 1977 als Neutral Boese festgelegt. Dieselbe Linie zeigt sich in den Greenskins von Warhammer Fantasy (ab 1983), den Gringotts-Goblins in J.K. Rowlings 'Harry Potter' (ab 1997), den Kezan-Goblins von Blizzards 'World of Warcraft' (ab 2004) und in den postkolonialen Lesarten von R.F. Kuangs 'Babel' (2022).

gnoll

Gnoll

Gnoll · Das Hyänenvolk — Ein von Hunger wahnsinniger Raubstamm

Der Gnoll ist eine hyaenenkoepfige humanoide Raeuberrasse, eingefuehrt von Gary Gygax im Original-Boxset von Dungeons & Dragons (1974) und im AD&D Monster Manual (1977) als chaotisch boese Aasfresser-Stammesvolk (Herausforderungsgrad 1/2) festgelegt, das den Daemonenfuersten der Gefraessigkeit und des Gemetzels, Yeenoghu, anbetet. Gygax bestaetigte selbst — in 'Strategic Review' Heft 6 (1976) und im Interview von 'Dragon Magazine' Nummer 100 (1985) — , dass der Name vom 'gnole' der Erzaehlung 'How Nuth Would Have Practised His Art upon the Gnoles' aus Lord Dunsanys 'Das Buch der Wunder' (1912) entlehnt sei; haeufig wird die Form auch als Verschmelzung von 'gnome' und 'troll' gelesen. Gnolle sind 210 bis 220 Zentimeter gross, mit rauher muskuloeser Statur eines Homininen, dem Kopf und dem braungrau gefleckten Fell der Tuepfelhyaene (Crocuta crocuta), menschenartigen Krallenfingern und einem schaurigen Heulgelaechter, das vom Territorialruf der Tuepfelhyaene uebernommen ist. Sie ziehen in nomadischen Rudeln von vier bis zwoelf in Savannen, Oedlaendern und ariden Wuesten umher und gehorchen einem von Yeenoghu beruehrten 'Fang of Yeenoghu'. Die fuenfte Edition von 'Volo's Guide to Monsters' (2016) macht den Kanon explizit: Gnolle sind keine sich natuerlich fortpflanzende Spezies, sondern entstehen, wenn Yeenoghus daemonischer Ichor Tuepfelhyaenen mutieren laesst. Die Linie wird in den Gnoblars von Games Workshops Warhammer Fantasy, im Marogh von BioWares 'Dragon Age: Inquisition' (2014) und in den Gnoll-Raeubern der 'Baldur's Gate'-Reihe von Black Isle (ab 1998) entlehnt.