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Horror

10 Einträge mit dem Tag "Horror"

🐉Kreaturen(2)
beelzebub

Beelzebub

Beelzebub · Herr der Fliegen — Fürst der Völlerei

Beelzebub (Hebraeisch Baʿal-Zəvuv, Griechisch Beelzeboul, Latein Beelzebub) ist der grosse Daemon der juedisch-christlichen Tradition — der entscheidende Kanon — abgeleitet vom hebraeischen Baal-zebub mit der Bedeutung 'Herr der Fliegen' — die entscheidende kanonische ikonografische Figur des kanaanischen Gottes 'Baal-Zebul (Baal-Zebul, fuerstlicher Baal)', urspruenglich in der Stadt Ekron der Philister angebetet, wobei die Juden den Namen zu 'Herr der Fliegen (Zebub = Fliege)' umaenderten. Aliase — Beelzeboul, Herr der Fliegen, Fuerst der Daemonen, Erzherzog der 'Voellerei (Gula, Gluttony)' unter den Sieben Todsuenden — sind das entscheidende kanonische Vokabular. Der entscheidende Textkanon ist der entscheidende Ursprungskanon von 2. Koenige 1:2-16 von c. 6.-4. Jahrhundert v. Chr., in dem der Koenig von Israel Ahasja (Ahaziah) krank wurde und Boten sandte, um Beelzebub von Ekron zu befragen, aber von Elia (Elijah) gescholten wurde, und der entscheidende Kanon von Matthaeus (Matthew) 12:24-27, Lukas (Luke) 11:15-19 und Markus (Mark) 3:22 des 1. Jahrhunderts n. Chr., in dem die Pharisaeer Christus verleumdeten, indem sie sagten, 'er treibt die Daemonen aus durch Beelzebub, den Fuersten der Daemonen'. Der entscheidende englisch-literarische Kanon des 17. Jahrhunderts des Verlorenen Paradieses (Paradise Lost) Buch 1 Verse 78-81 von John Milton (John Milton) von 1667 — der gefallene Engel neben Luzifer — und der entscheidende englisch-literarische Kanon des 20. Jahrhunderts des Romans Herr der Fliegen (Lord of the Flies) von William Golding (William Golding) von 1954.

🐉Drachen(4)
yamata-no-orochi

Yamata no Orochi

八岐大蛇 · Achtköpfige Riesenschlange der japanischen Mythologie

Yamata-no-Orochi (achtgegabelter Riesenschlangendrache) ist die ikonischste vielkoepfige Schlange der japanischen Mythologie, niedergeschrieben im fruehen achten Jahrhundert in den beiden Gruendungschroniken des japanischen Staates: dem 'Kojiki' (712) des Ō no Yasumaro und dem 'Nihon Shoki' (720), kompiliert unter Prinz Toneri. Die Schlange traegt acht Koepfe und acht Schwaenze, und ihr Leib ist so gewaltig, dass er 'acht Taeler und acht Ruecken bedeckt, mit Zypressen und Zedern auf dem Ruecken, und der Bauch ist staendig entzuendet und blutig'. Sie erscheint jaehrlich am Hi-Fluss (heute Hii) im Land Izumo (oestliche Praefektur Shimane) und fordert eines der Maedchen des Alten Paares Ashinazuchi und Tenazuchi als Tribut. Nachdem sie sieben der acht Toechter verschlungen hat, naht sich die letzte, Kushinada-hime, als der vom Himmel verbannte Sturmgott Susanoo nach Izumo herabsteigt. Susanoo braut yashiori-no-sake (achtfach destillierten Wein) und fuellt acht grosse Bottiche, die er vor acht Toren aufstellt, sodass Orochis acht Koepfe in je einem Bottich trinken. Sobald die acht Koepfe sinnlos betrunken sind, schlaegt er sie und die acht Schwaenze mit dem goettlichen Schwert Totsuka-no-Tsurugi ab. Beim Hieb in den letzten Schwanz schartet die Klinge an einem darin verborgenen Gegenstand: dem Kusanagi-no-Tsurugi (auch Ame-no-Murakumo-no-Tsurugi), einem der Drei Heiligen Schaetze des japanischen Kaiserhauses, heute aufbewahrt im Atsuta-Schrein in Nagoya, Praefektur Aichi.

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Hydra von Lerna

Neunköpfiges Sumpfungeheuer

Die Lernaeische Hydra (altgriechisch 'Lernaia Hydra', lateinisch 'Hydra Lernaea') ist das ikonischste vielkoepfige Untier der griechischen Mythologie, das zweite der zwoelf von Koenig Eurystheus von Mykene auferlegten Aufgaben des Heracles. Ihre Geburt steht in Hesiods 'Theogonie' (um 730 v. u. Z.), Verse 313-318: sie ist Tochter der Schlange Echidna und des Sturmriesen Typhon, Schwester des Kerberos, der Chimaera und des Nemeischen Loewen, und wurde von Hera als Werkzeug gegen Heracles aufgezogen. Sie ist kanonisch neunkoepfig, der mittlere Kopf unsterblich (Pseudo-Apollodor, 'Bibliotheke' II.5.2, zweites Jahrhundert v. u. Z.), und ihre entscheidende Kraft ist die Regeneration — fuer jeden abgetrennten Kopf wachsen zwei neue. Heracles besiegt sie nur mit Hilfe seines Neffen und Wagenlenkers Iolaus, der jeden Stumpf sofort mit einer Fackel ausbrennt; den letzten unsterblichen Kopf trennt Heracles ab und vergraebt ihn unter einem grossen Felsen. Das giftige Blut der Hydra tropft auf Heracles' Pfeile und toetet spaeter den Kentauren Nessos, den Riesen Antaeus und schliesslich Heracles selbst. Ihr Lager ist das Lerna-Sumpfgebiet in Argolis auf der oestlichen Peloponnes, identifiziert mit der archaeologischen Staette beim heutigen Dorf Myloi, zehn Kilometer suedlich von Argos, wo das Cincinnati-Grabungsteam (1950-58, John L. Caskey) eine neolithische Siedlung des dritten Jahrtausends v. u. Z. ausgrub.

nue

Nue

Nue · Chimäre — Legendäres japanisches Ungeheuer

Der Nue (japanisch Nue) ist die kanonische ikonografische Figur des chimaerischen Yokai der Heian-Zeit, mit dem Gesicht eines Affen, dem Koerper eines Marderhunds (Tanuki) oder einer Wildkatze, den Beinen eines Tigers und dem Schwanz einer Schlange — einer der mysterioesesten zusammengesetzten Yokai der japanischen Legende. Der Name leitet sich vom altertuemlichen japanischen Namen des einheimischen Vogels Erddrossel (Zoothera dauma, japanisch Tora-Tsugumi) ab, dessen trauriger und unheimlicher Schrei, wenn er gehoert wird, im Kanon als Vorbote von Katastrophe gilt — der kanonische Vogel des Onmyodo (Yin-Yang-Weg) Glaubens des Heian-kaiserlichen Hofes. Der ikonografische Ursprung ist der Onmyodo-Glaube der Heian-Zeit (794-1185) und die kanonisierte Gunki-mono-Tradition (Kriegsgeschichte) des spaeten zwoelften Jahrhunderts. Die entscheidende Textquelle ist das Kapitel Nue in Buch 4 des Heike Monogatari (Erzaehlung der Heike) des fruehen dreizehnten Jahrhunderts, der entscheidende Kanon des japanischen Gunki-mono: im Fruehjahr 1153 erschien jeden Morgendaemmerung eine schwarze Wolke ueber dem Heian-kyo-kaiserlichen Hof von den oestlichen Bergen und stoerte den Schlaf von Kaiser Konoe (regierte 1139-1155), was seine Krankheit verursachte; Minamoto no Yorimasa (1104-1180), der groesste Bogenschuetze der Heian-Zeit, schoss den Nue aus der schwarzen Wolke herab — der entscheidende Textkanon der Nue-Legende. Der Yokai-Katalog Konjaku Gazu Zoku Hyakki von 1779 von Toriyama Sekien (1712-1788) etablierte den visuellen Kanon des Nue.