Der koreanische Yong ist der einheimische koreanische Drache, eine wohlwollende Wassergottheit mit eigenstaendigem Platz innerhalb der ostasiatischen Drachentradition. Er wird mit einem langen, geschmeidigen Schlangenleib, dem verzweigten Hirschgeweih, den Karpfenschuppen, den Habichtkrallen, den Tigersohlen und — am entscheidendsten — mit vier Zehen pro Fuss dargestellt, einem Rangabzeichen zwischen dem fuenfzehigen chinesischen Kaiserdrachen und dem dreizehigen japanischen Ryu. Die fruehesten Belege sind die Drachen-Gottheits-Stellen in Iryeons 'Samguk Yusa' (1281), Buch I 'Sonderbare Geschehnisse', insbesondere die Eintraege zu Dongmyeong, Koenig Suro und Koenig Munmu, sowie die Drachenikonografie auf den Dachziegelendstuecken Baekjes und Sillas im fuenften und sechsten Jahrhundert. Im koreanischen Mythos ist der Yong die Gestalt, die ein Imugi nach tausend Jahren Askese annimmt, sobald er die Wunschkugel (yeouiju) erlangt. Das Bild zieht sich durch den koeniglichen Drachenrock (gollyongpo) Koenig Jeongjos (regierte 1776-1800, Nationales Palastmuseum Korea) und die beiden goldenen Drachen an der Thronraumdecke der Geunjeongjeon-Halle des Palastes Gyeongbokgung (1395 gegruendet, 1865 wiederaufgebaut). Er ist das Gegenstueck zum boesen westlichen Drachen — gut, grossmuetig und Regenbringer fuer die Felder.