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Bestie

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nue

Nue

Nue · Chimäre — Legendäres japanisches Ungeheuer

Der Nue (japanisch Nue) ist die kanonische ikonografische Figur des chimaerischen Yokai der Heian-Zeit, mit dem Gesicht eines Affen, dem Koerper eines Marderhunds (Tanuki) oder einer Wildkatze, den Beinen eines Tigers und dem Schwanz einer Schlange — einer der mysterioesesten zusammengesetzten Yokai der japanischen Legende. Der Name leitet sich vom altertuemlichen japanischen Namen des einheimischen Vogels Erddrossel (Zoothera dauma, japanisch Tora-Tsugumi) ab, dessen trauriger und unheimlicher Schrei, wenn er gehoert wird, im Kanon als Vorbote von Katastrophe gilt — der kanonische Vogel des Onmyodo (Yin-Yang-Weg) Glaubens des Heian-kaiserlichen Hofes. Der ikonografische Ursprung ist der Onmyodo-Glaube der Heian-Zeit (794-1185) und die kanonisierte Gunki-mono-Tradition (Kriegsgeschichte) des spaeten zwoelften Jahrhunderts. Die entscheidende Textquelle ist das Kapitel Nue in Buch 4 des Heike Monogatari (Erzaehlung der Heike) des fruehen dreizehnten Jahrhunderts, der entscheidende Kanon des japanischen Gunki-mono: im Fruehjahr 1153 erschien jeden Morgendaemmerung eine schwarze Wolke ueber dem Heian-kyo-kaiserlichen Hof von den oestlichen Bergen und stoerte den Schlaf von Kaiser Konoe (regierte 1139-1155), was seine Krankheit verursachte; Minamoto no Yorimasa (1104-1180), der groesste Bogenschuetze der Heian-Zeit, schoss den Nue aus der schwarzen Wolke herab — der entscheidende Textkanon der Nue-Legende. Der Yokai-Katalog Konjaku Gazu Zoku Hyakki von 1779 von Toriyama Sekien (1712-1788) etablierte den visuellen Kanon des Nue.