Eisenhut
Mittelalterlicher Eisenhelm mit breiter Krempe
Der Eisenhut (engl. kettle hat, frz. chapel-de-fer) ist der offene Helm, den das Fussvolk im Europa des zwoelften bis fuenfzehnten Jahrhunderts am weitesten trug, und sein Name kam aus der runden, halbkugelfoermigen Schaedeldecke und der breiten Krempe, die rundherum auslief, sodass das Ganze einem umgekehrten Kessel glich. Seine einfache und kluge Gestalt liess die Krempe die Pfeile und Steine, die von oben fielen, und das siedende Wasser, den Brandkalk und das Oel, die in einer Belagerung von der Mauer gegossen wurden, zuerst auffangen und ableiten, sodass er sich besonders fuer den Fussmann, der dicht unter der Mauer kaempfte, eignete wie kein anderer. Die Arbeit der Herstellung war so einfach, dass jeder Dorfschmied einen ausschmieden konnte, und so war sein Preis sehr niedrig, und er verbreitete sich weit unter dem gemeinen Fussvolk und der Buergerwehr, die sich den praechtigen Helm des Ritters nicht leisten konnten. Doch sein Gebrauch war keineswegs gering, denn die Chronik Joinvilles haelt fest, dass Ludwig IX. von Frankreich in der Schlacht von Mansurah 1250 einen chapel-de-fer trug, und so wurde dieser Hut von Maennern fast jeden Standes getragen, vom Fussmann bis zum Koenig.