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Korinthischer Helm

Ikonischer Vollgesichtshelm des antiken Griechenlands

Der korinthische Helm ist der sinnbildlichste Bronzehelm des alten Griechenland. Aus einem einzigen Bronzeblech getrieben, ohne Naht, umschloss er den ganzen Kopf, und Wangenklappen, die die Wangen deckten, und ein Nasal, das die Nase deckte, umhuellten das Gesicht beinahe ganz und liessen nur schmale Sehschlitze und einen Spalt am Mund. Er war die unentbehrliche Ausruestung des Hopliten, des griechischen Schwerinfanteristen, und schuetzte in der dicht gedraengten Phalanx, wo die Maenner Schulter an Schulter mit ueberlappenden Schilden kaempften, Kopf und Gesicht von vorn. Er erschien um das 8. Jahrhundert v. Chr. in Korinth und wurde bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. weithin gebraucht, und ausserhalb der Schlacht wurde er gemeinhin auf den Scheitel hochgeschoben getragen. Innen daempfte eine Fuetterung aus Filz oder Leder den Stoss, und obenauf war oft ein Helmbusch aus Rosshaar angebracht. Da er beinahe das ganze Gesicht deckte, war sein Schutz vortrefflich, doch auf Kosten stark begrenzter Sicht und stark begrenzten Gehoers.

Ursprung

Der korinthische Helm soll um das 8. Jahrhundert v. Chr. zuerst in der Gegend von Korinth auf dem griechischen Festland erschienen sein, von der er auch seinen Namen hat. Die einteilige Machart, ihn aus einem einzigen Bronzeblech zu treiben, machte ihn fest, da er keine Naht hatte, und er verbreitete sich rasch als die Standardausruestung des Buergersoldaten der griechischen Stadtstaaten. Er wurde ueber die ganze griechische Welt etwa drei Jahrhunderte lang gebraucht, vom 8. bis zum 5. Jahrhundert v. Chr., wobei die Form der Sehschlitze und der Gesichtslinie von Zeit zu Zeit ein wenig verfeinert wurde. Doch wegen der Grenzen von Sicht und Gehoer wurde er ab etwa dem 5. Jahrhundert v. Chr. allmaehlich durch offenere Formen ersetzt, etwa den chalkidischen Helm, der die Ohren freiliess und weniger vom Gesicht deckte, oder den schlichten kegelfoermigen Pilos-Helm.

Merkmale

  • Einteilige Struktur, aus einem einzigen Bronzeblech getrieben
  • Wangenklappen und ein Nasal, die das Gesicht beinahe ganz schuetzen
  • Unentbehrliche Ausruestung des Hopliten (Schwerinfanterie)
  • Ausserhalb der Schlacht auf die Stirn hochgeschoben getragen
  • Ein Rosshaar-Helmbusch und ein Sinnbild des alten Griechenland
  • Ein antiker Helm, gebraucht im 8. bis 5. Jahrhundert v. Chr.

Geschichten

Der korinthische Helm war die Kriegsausruestung des griechischen Hopliten, gebraucht, um in der Phalanx, wo die Maenner Schulter an Schulter mit ueberlappenden Schilden draengten, Kopf und Gesicht von vorn zu schuetzen. Da er beinahe das ganze Gesicht in Bronze huellte, wehrte er eine von vorn kommende Speerspitze oder Klinge fest ab, und die Fuetterung im Inneren daempfte den Stoss. Vor Beginn der Schlacht oder auf dem Marsch wurde der erstickende Helm auf die Stirn hochgeschoben, sodass man mit gesicherter Sicht und gesichertem Atem Befehle hoeren und die Umgebung beobachten konnte. Im Augenblick des Zusammenstosses mit dem Feind wurde er heruntergezogen, um das Gesicht zu decken, waehrend man in die Schlachtordnung trat.

Schwäche

Die groesste Schwaeche des korinthischen Helms ist die Begrenzung von Sicht und Gehoer. Da er das Gesicht beinahe ganz umhuellte, konnte man nur durch die schmalen Sehschlitze nach vorn sehen, die Seiten beinahe unsichtbar, und die Bronze ueber den Ohren machte den Schall schwer hoerbar. Darum war es sehr schwer, auf dem Schlachtfeld die Befehle eines Befehlshabers zu empfangen, und sobald die Schlachtordnungen aufeinanderstiessen, fiel es dem Einzelnen schwer, sich umzusehen oder Signale zu hoeren. Auch drueckte die nahtlose Bronze auf das ganze Gesicht und ermuedete den Traeger in der Hitze rasch. Aus diesen Grenzen wich er am Ende offeneren Helmen.

Kulturelle Bedeutung

Der korinthische Helm ist eines der Sinnbilder, die die Zivilisation des alten Griechenland darstellen. Athene, Goettin der Weisheit und des Krieges, wurde gemeinhin mit dem auf die Stirn hochgeschobenen Helm dargestellt, und auf zahllosen Vasenbildern, Skulpturen und Muenzen eingepraegt, wurde er zum klassischen Bild des griechischen Kriegers. Besonders das Profil mit dem hochgeschobenen Helm verstroemt zugleich Wuerde und Nachdenklichkeit, und bis heute ist es eine Gestalt, die in Museen, Schulbuechern und Filmen 'das alte Griechenland' mit einem Blick vor Augen ruft. Schutz und Sinnbild in einem vereinend, birgt dieser Helm auch den Geist der Poliswelt, in der sich der Buerger selbst bewaffnete und seine Stadt schuetzte.

In der Popkultur

Der korinthische Helm erscheint in beinahe jedem Film, Spiel und Kunstwerk ueber das alte Griechenland. Besonders das Aussehen mit dem auf die Stirn hochgeschobenen Helm wird in Filmen wie '300' vertraut gezeichnet und als sinnbildliche Gestalt des griechischen Kriegers eingepraegt. In Spielen und Fantasy wird er oft als Helm eines Kriegers antiken Stils oder eines mythischen Helden gebraucht. In der Fiktion wird er jedoch oft so dargestellt, als koenne man auch mit ihm frei sehen und hoeren, sodass die Tatsache der stark begrenzten Sicht und des stark begrenzten Gehoers oft nicht deutlich wird.

Trivia

  • Der korinthische Helm wurde aus einem einzigen Bronzeblech ohne Naht getrieben, was ihn fest machte, und hat seinen Namen von der Gegend Korinth, wo er zuerst erschien.
  • Ausserhalb der Schlacht wurde er gemeinhin auf die Stirn hochgeschoben getragen, und dieses Profil wurde auf der Athene-Statue, auf Muenzen und in Filmen zur sinnbildlichen Gestalt des alten Griechenland.
  • Da er beinahe das ganze Gesicht deckte, war sein Schutz vortrefflich, doch Sicht und Gehoer waren stark begrenzt, weshalb er ab etwa dem 5. Jahrhundert v. Chr. allmaehlich durch den ohrfreien chalkidischen oder den schlichten Pilos-Helm ersetzt wurde.