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Östlicher Drache

6 Einträge mit dem Tag "Östlicher Drache"

🐉Drachen(6)
yamata-no-orochi

Yamata-no-Orochi (achtgegabelter Riesenschlangendrache) ist die ikonischste vielkoepfige Schlange der japanischen Mythologie, niedergeschrieben im fruehen achten Jahrhundert in den beiden Gruendungschroniken des japanischen Staates: dem 'Kojiki' (712) des Ō no Yasumaro und dem 'Nihon Shoki' (720), kompiliert unter Prinz Toneri. Die Schlange traegt acht Koepfe und acht Schwaenze, und ihr Leib ist so gewaltig, dass er 'acht Taeler und acht Ruecken bedeckt, mit Zypressen und Zedern auf dem Ruecken, und der Bauch ist staendig entzuendet und blutig'. Sie erscheint jaehrlich am Hi-Fluss (heute Hii) im Land Izumo (oestliche Praefektur Shimane) und fordert eines der Maedchen des Alten Paares Ashinazuchi und Tenazuchi als Tribut. Nachdem sie sieben der acht Toechter verschlungen hat, naht sich die letzte, Kushinada-hime, als der vom Himmel verbannte Sturmgott Susanoo nach Izumo herabsteigt. Susanoo braut yashiori-no-sake (achtfach destillierten Wein) und fuellt acht grosse Bottiche, die er vor acht Toren aufstellt, sodass Orochis acht Koepfe in je einem Bottich trinken. Sobald die acht Koepfe sinnlos betrunken sind, schlaegt er sie und die acht Schwaenze mit dem goettlichen Schwert Totsuka-no-Tsurugi ab. Beim Hieb in den letzten Schwanz schartet die Klinge an einem darin verborgenen Gegenstand: dem Kusanagi-no-Tsurugi (auch Ame-no-Murakumo-no-Tsurugi), einem der Drei Heiligen Schaetze des japanischen Kaiserhauses, heute aufbewahrt im Atsuta-Schrein in Nagoya, Praefektur Aichi.

chinese-long

Der chinesische long ist der Archetyp des ostasiatischen Drachen, die Quelle, von der der koreanische cheongnyong, der japanische ryu und der vietnamesische long abstammen. Sein Bild laeuft ununterbrochen vom Neolithikum — der C-foermige Jadedrache der Hongshan-Kultur (um 3500-3000 v. u. Z., 1971 in Ongniud (Innere Mongolei) ausgegraben, heute Kulturgut erster Klasse im Nationalmuseum Chinas in Peking) und der Muschelmosaikdrache der Yangshao-Kultur in Xishuipo bei Puyang (um 5300 v. u. Z., 1987 ausgegraben) — bis zu Xu Shens 'Shuowen Jiezi' (100 u. Z.), das den Drachen als 'Anfuehrer der schuppigen Tiere' definiert, zu Wang Fus 'Qianfu Lun' der spaeten Han, das die 'neun Aehnlichkeiten' (Hirschgeweih, Kamelhaupt, Hasenaugen, Schlangenhals, Muschelbauch, Karpfenschuppen, Adlerklauen, Tigersohlen) erstmals systematisiert, und zu Li Shizhens 'Bencao Gangmu' (1578). Die fuenfzehige Pfote als kaiserliches Monogramm wurde durch das Ritualedikt des Hongwu-Kaisers von 1393 festgelegt und blieb bis zum Ende der Qing in Kraft; Fuersten waren auf vier Zehen begrenzt, das Volk auf drei. Der long ist in einem Fuenf-Richtungen-Farbsystem geordnet — Azurdrache (Osten), Weisser (Westen), Zinnoberroter (Sueden), Schwarzer (Norden), Gelber (Zentrum) — und gilt als Bringer des Regens, Herrscher der Fluesse und Verkoerperung kosmischer Gerechtigkeit; er ist das einzige mythische Wesen im Zwoelftierzyklus, und ein im Drachenjahr geborenes Kind teilt das Auspicium des Kaisers.

imugi

Der Imugi ist der koreanische 'unvollendete Drache', eine gewaltige Schlange, die tausend Jahre lang in tiefen Bergteichen, unter Wasserfaellen und in verborgenen Hoehlen Askese ueben und sittliches Verdienst sammeln muss, bevor sie die Wunschkugel (yeouiju) erhaelt und als wahrer Drache aufsteigen kann. Sie wird als Schlange von ungewoehnlicher Dicke und beschuppten Wuchses dargestellt, mit dem Ansatz kleiner Hoerner auf der Stirn; dasselbe Bild kehrt in Volkserzaehlungen aus den Provinzen Suedpyongan, Gangwon und Suedjeolla wieder. Der fruehste koreanischsprachige schriftliche Beleg ist Hong Man-jongs 'Sun-o-ji' (1678), waehrend die systematischste Quelle die Feldarbeit von Son Jin-tae (1900-1950?) — veroeffentlicht als 'Forschungen zur koreanischen Volkserzaehlung' (1947) — und Im Seok-jaes zwoelfbaendige 'Sammlung koreanischer muendlicher Erzaehlungen' (Pyongminsa, 1987-1993) ist, die ueber zweihundert Imugi-Erzaehlungen unter den Typen 'Imugi und das Maedchen' und 'Drachenteich' anordnet. Das koreanische Standardwoerterbuch definiert ihn als 'eine grosse Schlange, die nicht zum Drachen werden konnte'; die koreanische Volkskunde liest ihn als Verschmelzung des chinesischen Jiao-Schlangendrachen mit dem einheimischen Schlangenkult. Die moderne Wiederaufnahme findet sich im Manhwa 'Land des Windes' (Kim Jin, ab 1992), im Hollywoodblockbuster 'D-War' (2007, Regie Shim Hyung-rae) und im Manhwa 'Myojin Imugi' (Jeong Ju-yeon, 2014).

azure-dragon

Der Azurdrache (chinesisch 'Qinglong', koreanisch 'Cheongnyong', japanisch 'Seiryu') ist der oestliche Waechter der ostasiatischen Vier Symbole (sasin / Sishen), der Himmelsdrache des Ostens, des Fruehlings, der Holzphase der Fuenf Elemente und der gruen-blauen Farbe. Das System — Azurdrache des Ostens, Weisser Tiger des Westens, Zinnobervogel des Suedens, Schwarze Schildkroete des Nordens — wurde unter der Han-Dynastie kodifiziert, insbesondere in Liu Ans 'Huainanzi' (um 139 v. u. Z.) und Wang Chongs 'Lunheng' (um 80 u. Z.), und vereinigt die sieben Mondhaeuser des oestlichen Quadranten (Jiao, Kang, Di, Fang, Xin, Wei, Ji). Bildlich unterscheidet sich der Azurdrache vom kaiserlichen gelben long durch einen schlankeren, schlangenartigen Koerper, gruen-blaue Schuppen, verzweigte Hirschgeweihe und Karpfenschuppen; er ist die kanonische Verbildlichung des geomantischen Grundsatzes, dass der Drache des Ostens die linke Seite einer Siedlung schuetzt. Die besterhaltenen fruehen Darstellungen sind die Ostwandmalereien der Goguryeo-Graeber Gangseo Daemyo und Jungmyo (spaetes sechstes Jahrhundert, Suedpyongan, Nordkorea) und das Kitora-Grab im Dorf Asuka, Praefektur Nara (spaetes siebtes bis fruehes achtes Jahrhundert, japanischer Nationalschatz seit 1998). Der Azurdrache benennt zudem das Praesidentenamt Cheongwadae in Korea ('Haus der gruenen Ziegel', 1939 errichtet) und wacht ueber das Oestliche Bluetentor (Donghuamen) der Verbotenen Stadt, vollendet 1420.

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