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Dao

Das einschneidige Krummschwert Chinas

Das Dao ist der reprasentative einschneidige Saebel Chinas, genannt der Marschall aller Waffen (bai bing zhi shuai). Seine sinnbildlichen Merkmale sind eine sanft gebogene einseitige Schneide von etwa 70 bis 85 cm und, in seiner fruehen Form, ein Ringknauf, das Huandao, am Ende des Griffs. Anders als das gerade, zweischneidige Jian hat das Dao seine Schneide nur auf einer Seite, mit einem dicken Ruecken, der die Klinge stuetzt und sie stark fuer den Hieb von oben macht. Es entwickelte sich ernstlich in der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) und wurde rund zweitausend Jahre lang, bis zur Qing, als Standardwaffe des chinesischen Heeres gebraucht, sich nach Epochen in viele Formen verzweigend, etwa das Liuyedao (Weidenblatt), das Dadao (grosser Saebel) und das Niuweidao (Ochsenschwanz). Einfach und robust, war es leicht in Masse zu fertigen, und es wurde von allen getragen, vom gemeinen Fussvolk bis zum General.

Ursprung

Das Dao nahm seinen Platz als Standardwaffe des chinesischen Heeres ein, als es sich in der Han-Dynastie zur Form des Huandao entwickelte, des Ringknauf-Saebels, einer geraden einschneidigen Klinge mit einem Ring am Ende des Griffs. Es loeste das zweischneidige gerade Jian ab, bis dahin die Hauptstuetze, weil eine Klinge mit der Schneide auf einer Seite und einem dicken Ruecken robuster fuer den Hieb von oben und fuer den Gebrauch vom Pferd war und, nur auf einer Flaeche geschaerft, billig und schnell zu machen und leicht zu erlernen war. So zur militaerischen Norm geworden, wurde das Dao durch die Tang, Song, Ming und Qing allmaehlich zum gebogenen Saebel verfeinert und brachte viele dem Gebrauch jeder Epoche angepasste Spielarten hervor.

Merkmale

  • Eine sanft gebogene einseitige Schneide (etwa 70 bis 85 cm)
  • Ein Ringknauf, das Huandao, das sinnbildliche Merkmal des Han-Dao
  • Der Marschall aller Waffen, die reprasentative chinesische Waffe des Krieges und des Volkes
  • Spielarten nach Epoche, wie das Liuyedao, das Dadao und das Niuweidao
  • Einfach und robust, zur Massenfertigung geeignet
  • Ein Gewicht von etwa 700 g bis 1,2 kg

Geschichten

Als Standardwaffe des chinesischen Fussvolks ueber rund zweitausend Jahre war das Dao stark im schweren Hieb von oben auf dem Schlachtfeld. Der dicke Ruecken stuetzte die Klinge, sodass sie selbst beim groben Schlagen gegen Panzer oder Schild nicht leicht brach, und es war ueblich, das Dao in einer Hand mit einem Schild in der anderen zu fuehren. Das Dao ist auch eine Grundwaffe der chinesischen Kampfkunst, und seine Methode, das Daofa, ist von kuehnen, in grossen, raschen Kreisen gezogenen Hieben gepraegt, die den Ruecken und die leere Hand zugleich gebrauchen. Oft hiess es, der Saebel sei wie ein wilder Tiger, und er galt als kraftvolle, praktische Waffe im Gegensatz zum eleganten Jian.

Schwäche

Die Schwaeche des Dao ruehrt daher, dass es ein einschneidiger gebogener Saebel ist. Mit der Schneide nur auf einer Seite und gebogener Klinge ist es gegenueber dem zweischneidigen geraden Jian im geraden Stoss und in der genauen Beherrschung der Spitze im Nachteil. Die gebogene Klinge, stark fuer den Hieb, ist einer geraden Klinge in der Durchschlagskraft unterlegen, die gerade in die Spalten des Panzers treibt. Von Natur zur Hiebwaffe neigend, ist es auf einer Seite seines Gebrauchs schmaler als das Jian, das Stoss und Hieb in sich vereint.

Kulturelle Bedeutung

Das Dao ist ein Sinnbild, das in der chinesischen Waffenkultur mit dem Jian ein Paar bildet. Ist das Dao der Marschall aller Waffen, so wird das Jian der Edle aller Waffen (bai bing zhi jun) genannt, wobei das Dao fuer die kraftvolle, praktische Waffe des Schlachtfelds und des Volkes steht, das Jian fuer die elegante, erhabene Waffe des Gelehrten und des Daoisten. Auch in der Kampfkunst steht das Daofa fuer einen kuehnen und robusten Geist, waehrend die Fechtkunst des Jian fuer eine fliessende, genaue Schoenheit steht. Das Dao blieb auch bis in die 1930er Jahre in den Haenden des chinesischen Heeres: bei der Verteidigung der Grossen Mauer 1933 und anderswo wurde das beidhaendige Dadao, der grosse Saebel, im Nahkampf gebraucht, und der Dadao-Marsch, der es feierte, wurde weithin gesungen.

In der Popkultur

Das Dao ist eine Waffe, die in Werken ueber chinesisches Wuxia und Geschichte nie fehlt. Es erscheint als kuehne Hiebwaffe des fahrenden Ritters und des Kriegers in Wuxia-Filmen und -Serien und als reprasentative Waffe eines Feldherrn in Spielen wie Dynasty Warriors. Besonders das beidhaendige Dadao wird als Sinnbild des Nahkampfs in Werken gezeichnet, die den Krieg gegen Japan darstellen. In der Fiktion werden chinesische Klingen jedoch oft als das chinesische Schwert zusammengeworfen, sodass der klare Unterschied zwischen dem einschneidigen gebogenen Dao und dem zweischneidigen geraden Jian verwischt wird.

Trivia

  • Das Dao wird der Marschall aller Waffen genannt und das zweischneidige gerade Jian der Edle aller Waffen, ein Gegensatz, in dem das Dao fuer die kraftvolle, praktische Waffe des Schlachtfelds und des Volkes und das Jian fuer die elegante Waffe des Gelehrten steht.
  • In der Han-Dynastie loeste das Dao in der Form des Ringknauf-Huandao das zweischneidige gerade Jian als militaerische Norm ab, weil eine Klinge mit der Schneide auf einer Seite und einem dicken Ruecken robuster fuer den Hieb und den berittenen Gebrauch und billiger und leichter zu machen und zu erlernen war.
  • Bis in die 1930er Jahre trug das chinesische Heer noch das beidhaendige Dadao, den grossen Saebel, in den Nahkampf, bekannt bei der Verteidigung der Grossen Mauer 1933, und der Dadao-Marsch, der es feierte, wurde weithin gesungen, ein auffaelliges Fortleben des Saebels auf dem modernen Schlachtfeld.

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