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xiphos
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Xiphos

Das Kurzschwert des griechischen Hopliten

Das Xiphos ist das kurze zweischneidige Schwert, das der antike griechische Hoplit an der Huefte trug, mit einer Klinge von nur etwa 45 bis 60 cm. Sein bestimmendes Merkmal ist die blattfoermige Klinge: Sie verbreitert sich allmaehlich vom Griff her, erreicht ihre groesste Breite etwa bei zwei Dritteln der Laenge und verjuengt sich dann scharf zur Spitze. Diese Form legt den Schwerpunkt zur Spitze hin, um den Hieb zu verstaerken, waehrend die scharfe Spitze auch den Stich erlaubt. Zuerst in Bronze und spaeter in Eisen gefertigt, ist es leicht, etwa 500 bis 700 g. Der Hoplit hing es an der linken Huefte an einem Wehrgehaenge und zog es mit der rechten Hand erst, wenn seine Hauptwaffe, der lange Speer namens Dory, zerbrach oder der Feind hinter den Schilden zu nah herandraengte.

Ursprung

Das Xiphos erschien um das 8. Jahrhundert v. Chr. am Ende des griechischen dunklen Zeitalters und wurde in der ganzen griechischen Welt rund 500 Jahre bis in die hellenistische Zeit verwendet. Die blattfoermige zweischneidige Klinge ist selbst ein altes, im bronzezeitlichen Europa weit verbreitetes Muster, und das Xiphos ist eben diese Form, zur Nebenwaffe nach der Taktik der griechischen schweren Infanterie verfeinert. Es diente dem Hopliten als Begleitwaffe in den Perserkriegen und im Peloponnesischen Krieg, zuerst aus Bronze und dann, als sich die Eisenverarbeitung ausbreitete, aus Eisen geschmiedet. Das Wort Xiphos ist ein sehr alter griechischer Ausdruck fuer Schwert, schon genannt als die Klinge, die die Helden der Epen Homers trugen.

Merkmale

  • Eine blattfoermige zweischneidige Klinge (etwa 45 bis 60 cm)
  • Am breitesten bei etwa zwei Dritteln der Klingenlaenge
  • Schwerpunkt nach vorn gelegt, um den Hieb zu verstaerken
  • Eine scharfe Spitze, die fuer Hieb und Stich dient
  • In fruehen Stuecken Bronze, in spaeteren Eisen
  • Leicht mit etwa 500 bis 700 g und leicht zu tragen

Geschichten

Das Xiphos war stets eine Nebenwaffe. Die Hauptrollen im Hoplitenkampf spielten der lange Dory-Speer und der grosse Rundschild, der Hoplon, und das Xiphos kam erst zum Zuge, wenn diese beiden ihre Arbeit nicht mehr tun konnten. Wenn Phalangen aneinandergerieten und Speere zerbrachen oder der Feind hinter die Schildwand so nah herandrang, dass der Speer nutzlos war, zog der Soldat das Xiphos von der linken Huefte und kaempfte im Gedraenge, stechend und schneidend auf engstem Raum. Kurz und leicht, taugte es fuer das Mann-gegen-Mann-Getuemmel zwischen dichten Reihen, und die blattfoermige Klinge diente gleichermassen fuer einen einzelnen Stich in eine Luecke wie fuer rasche Hiebe.

Schwäche

Die kurze Klinge gibt ihm sehr geringe Reichweite und laesst es gegen einen Feind mit Speer oder laengerem Schwert, der Abstand haelt, klar unterlegen sein. Als Nebenwaffe statt Hauptwaffe konnte es ein Schlachtfeld nie allein beherrschen, und fern von der gemeinschaftlichen Taktik der Phalanx und dem Schutz des Schildes fiel seine Wirkung stark ab. Wegen seiner kurzen Laenge taugte es auch deutlich schlecht dazu, die laengere Waffe eines Gegners zu parieren oder beiseite zu draengen.

Kulturelle Bedeutung

Das Xiphos ist eines der Sinnbilder des antiken griechischen Buergersoldaten, des Hopliten. In einer Militaerkultur, in der sich die freien Buerger des Stadtstaates selbst bewaffneten und in der Schlachtreihe standen, gehoerte das an der Huefte neben Speer und Schild getragene Xiphos zur Grundausruestung eines einzelnen Kriegers. Vasenbilder, rot- wie schwarzfigurig, und Reliefs zeigen oft einen Soldaten mit gezogenem Xiphos. Die griechische Infanterie konnte stattdessen die Kopis waehlen, das gekruemmte einschneidige Hauschwert, auch Machaira genannt; beide wurden nebeneinander als Begleitklinge des Hopliten gefuehrt.

In der Popkultur

Das Xiphos erscheint als Nebenwaffe des Hopliten in Werken ueber das antike Griechenland. Es ist eine vertraute Kurzklinge in Filmen ueber Griechenland und den Trojanischen Krieg wie 300 und Troja sowie in Spielen, die im antiken Griechenland spielen, wie Assassins Creed Odyssey. In der Fiktion wird das Schwert jedoch oft staerker betont als die Tatsache, dass die Hauptwaffe des Hopliten der Speer war, sodass seine wahre Rolle als Nebenwaffe verwischt erscheint. Die kennzeichnende blattfoermige Zweischneide wird nur recht selten genau wiedergegeben.

Trivia

  • Einer von Plutarch ueberlieferten Anekdote zufolge antwortete ein Spartaner, als jemand die Spartaner wegen ihrer sehr kurzen Schwerter verspottete, sinngemaess, sie reichten gut genug an den Feind, sobald man einen Schritt naeher trete, eine Geschichte, die den Geist des mit dem kurzen Xiphos kaempfenden spartanischen Kriegers zeigt.
  • Xiphos ist ein sehr altes griechisches Wort fuer Schwert und erscheint bereits als Name der Klinge, die die Helden in Homers Ilias und Odyssee trugen.
  • Die blattfoermige Klinge des Xiphos woelbt sich in der Mitte breit, um die Masse zur Spitze hin zu werfen, sodass selbst ein kurzes Schwert solides Gewicht hinter einen einzelnen Hieb legen konnte, eine alte Idee, die es mit vielen bronzezeitlichen europaeischen Schwertern teilt.