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Muskete

Die Vorderlader-Feuerwaffe der Neuzeit

Die Muskete ist ein vorderladendes, glattläufiges Langgewehr, das vom 15. bis ins 19. Jahrhundert verwendet wurde — die revolutionäre Feuerwaffe, die das Zeitalter der Rüstung beendete. Aus der Handbüchse hervorgegangen, wurde sie nach Zündsystem vom Luntenschloss zum Steinschloss zum Perkussionsschloss verfeinert. Ihre wirksame Reichweite betrug etwa 100 m, und sie feuerte zwei bis drei Schuss je Minute; die Einzeltreffsicherheit war gering, doch in der Lineartaktik von Hunderten Mann, Seite an Seite aufgereiht und in der Salve feuernd, war sie ungeheuer wirksam. Keine Plattenrüstung konnte eine Musketenkugel aufhalten, sodass die militärische Vormacht des gepanzerten Ritterstandes endgültig verschwand. Vom 16. Jahrhundert bis zu den Napoleonischen Kriegen war sie die Standardinfanteriewaffe, und mit aufgepflanztem Bajonett diente sie zugleich als Spieß für den Nahkampf.

Ursprung

Die Muskete erschien im Europa des 15. Jahrhunderts, als die Handbüchse länger und feiner wurde. Im 16. Jahrhundert wurde die Luntenschlossmuskete, mit brennender Lunte gezündet, zur Hauptwaffe der Infanterie — frühe Stücke so schwer und lang, dass man sie zum Schießen auf eine Gabel auflegte. Im 17. und 18. Jahrhundert machte das Steinschloss sie leichter und zuverlässiger — Dienstmusketen wie die britische 'Brown Bess' und die französische 'Charleville' erschienen — und sie wurde zum Mittelpunkt der Infanterietaktik. Über die Perkussionsmuskete des 19. Jahrhunderts hob das gezogene Gewehr der Jahrhundertmitte mit seinen Drallzügen Reichweite und Treffsicherheit gewaltig und löste die glattläufige Muskete ab.

Merkmale

  • Vorderladendes, glattläufiges Langgewehr
  • Vom Luntenschloss über das Steinschloss zum Perkussionsschloss entwickelt
  • Wirksame Reichweite etwa 100 m, zwei bis drei Schuss je Minute
  • Geringe Einzeltreffsicherheit, aber ideal für die Salve
  • Besiegte die Plattenrüstung — das Ende des Rüstungszeitalters
  • Mit aufgepflanztem Bajonett zugleich Nahkampfwaffe

Geschichten

Da die einzelne Muskete ungenau und schwer auf einen Mann zu richten war, lag der Kern ihres Gebrauchs in der Lineartaktik: Hunderte Mann in zwei oder drei Gliedern feuerten gemeinsam in einer 'Salve' und warfen eine Wand aus Blei auf. Ein Glied feuerte, während ein anderes lud, sodass das Feuer nicht abriss, und die Regel war, das Feuer zu halten, bis der Feind nahe war, und es dann auf einmal loszulassen. Als das mündungsfeste Bajonett erschien, wurde der Musketier im selben Augenblick, da er gefeuert hatte, zum Spießträger und wehrte einen Reiterangriff ohne eigene Pikeniere ab. Das Laden — Pulver, Kugel und Ladestock der Reihe nach zu handhaben — verlangte hartes Drill.

Schwäche

Mit glattem Lauf war ihre Einzeltreffsicherheit sehr gering, und über 100 m hinaus war ein bestimmtes Ziel kaum zu treffen. Als Vorderlader war sie langsam, nur zwei bis drei Schuss je Minute, und beim Laden war der Soldat völlig schutzlos. Nasses Zündkraut oder Pulver durch Regen oder Feuchtigkeit machte das Schießen unmöglich, und der dichte Rauch des Schwarzpulvers verhüllte nach wenigen Salven das Feld und erschwerte das Zielen weiter. Diese Schwächen wurden mit Zügen, Hinterlader, Metallpatrone und Mehrlademechanik des 19. Jahrhunderts nacheinander behoben.

Kulturelle Bedeutung

Die Muskete bleibt als die Waffe in Erinnerung, die die von der Handbüchse begonnene Pulverrevolution vollendete und das Zeitalter der Rüstung und des Ritters beendete. Der Anblick kurz gedrillter Gemeiner, Seite an Seite aufgereiht und in der Salve feuernd, wurde zum Sinnbild des modernen Heeres und der allgemeinen Wehrpflicht, und gut gedrillte Linien von Musketeninfanterie waren die Hauptakteure des Krieges vom 17. bis ins 19. Jahrhundert. Der 'Musketier' war zugleich der Name der Gardetruppe des französischen Königs, durch Alexandre Dumas' Die drei Musketiere für immer im Gedächtnis der Öffentlichkeit. Der Name 'Muskete' selbst kommt vom italienischen moschetto ('Sperber') — eine Spur des Brauchs, frühe Feuerwaffen nach Raubvögeln zu benennen.

In der Popkultur

Die Muskete ist die Standardfeuerwaffe von historischem Drama und Spielen, die im 17.–19. Jahrhundert spielen. Alexandre Dumas' Die drei Musketiere machte den Namen populär, und sie ist fester Bestandteil napoleonischer und kolonialer Kriegsstoffe — Filme wie Der letzte Mohikaner und Master & Commander sowie die britische Serie Sharpe. In Spielen ist sie als Linieninfanterie von Empire und Napoleon: Total War vertraut oder als die Musketen von Assassin's Creed III (Amerikanische Revolution). Meist wird sie als Waffe geballter Feuerkraft dargestellt — Schuss für Schuss ungenau, aber furchterregend in der Salve im Glied — und zeigt die Geschichte der Lineartaktik gut.

Trivia

  • Der Befehl 'nicht feuern, bis ihr das Weiße in ihren Augen seht' wird auf die Schlacht von Bunker Hill 1775 zurückgeführt; er entstand, weil die Muskete so ungenau war, dass man das Feuer halten musste, bis der Feind nahe genug für eine wirksame Salve war.
  • Der Name 'Muskete' kommt vom italienischen moschetto ('Sperber') — ein Nachhall des Brauchs, frühe Feuerwaffen nach Raubvögeln zu benennen (wie beim Falkonett).
  • Als das mündungsfeste Bajonett (nach der französischen Stadt Bayonne benannt) erschien, wurde der Musketier sogleich zum Spießträger, sodass die eigenen Pikeniere, die die Musketiere geschützt hatten, endlich nicht mehr nötig waren.