
Troll
Troll · Der regenerierende Riese — Eine wilde Rasse zäher Vitalität
Der Troll, aus dem altnordischen 'troll' (urgermanisch *trullaz, 'magisches Wesen, Ungeheuer'), ist ein Riese der nordischen Mythologie, der in Bergen, Hoehlen und unter Bruecken wohnt. Die ausfuehrlichste mittelalterliche Quelle ist Snorri Sturlusons Prosa-Edda, Gylfaginning Kapitel achtundvierzig (um 1220), und das 'Þrymskviða' der Lieder-Edda, erhalten in der Codex-Regius-Handschrift (GKS 2365 4to, um 1270, Árni-Magnússon-Institut, Reykjavik), in denen Trolle als grosse menschengestaltige jǫtnar oder boese Zauberer erscheinen. Der moderne Fantasy-Troll — 230 bis 300 Zentimeter gross, mit gruener oder gruengelber Haut, langen sehnigen Gliedmassen und dem Markenzeichen einer erstaunlichen Regeneration (abgeschnittene Teile wachsen sofort nach) — ist die direkte Erfindung des Wissenschaftsfantasie-Romans 'Three Hearts and Three Lions' von Poul Anderson (Doubleday, 1962), Kapitel acht, in dem der Held Holger Danske feststellt, dass sein Schwert gegen einen regenerierenden Troll voellig nutzlos ist. Gary Gygax uebernahm Andersons Troll fuer das D&D-Original-Boxset von 1974 und kodifizierte die Figur im AD&D Monster Manual von 1977. Im Monster Manual der fuenften Edition (2014) hat der Troll Herausforderungsgrad 5, 84 Lebenspunkte, RK 15, drei Angriffe pro Zug (ein Biss und zwei Krallen) und das Regenerationsmerkmal (10 Lebenspunkte zurueck am Anfang seines Zuges, ausser er hat im vorherigen Zug Feuer- oder Saeureschaden erlitten). Dieselbe Ikonografie laeuft durch die drei Trolle William, Bert und Tom in J.R.R. Tolkiens 'Der Hobbit' (1937), die Hoehlentrolle und Olog-hai von 'Der Herr der Ringe' (1954-55), die Troll-Stamm-Karten von 'Magic: The Gathering' (ab 1993), die Darkspear- und Amani-Trolle von Blizzards 'World of Warcraft' (ab 2004) und die freundliche Felsgeist-Neuinterpretation in Disneys 'Frozen' (2013).
Ursprung
Die direkte Textquelle ist Snorri Sturlusons Prosa-Edda, Gylfaginning Kapitel achtundvierzig (um 1220), und das 'Þrymskviða' der Lieder-Edda, erhalten in der Codex-Regius-Handschrift (GKS 2365 4to, um 1270, Árni-Magnússon-Institut, Reykjavik), in denen Trolle als grosse menschengestaltige jǫtnar oder boese Zauberer erscheinen. Die Etymologie ist urgermanisch *trullaz ('magisches Wesen, Ungeheuer'), und die unter-der-Bruecke-Troll-Ikonografie, die modernen anglofonen Lesern vertraut ist, wurde im neunzehnten Jahrhundert durch die norwegischen Folkloristen Peter Christen Asbjørnsen (1812-1885) und Jørgen Moe (1813-1882) in 'Norske folkeeventyr' (Christiania, 1841-1844), insbesondere in 'De tre bukkene Bruse' ('Die drei Boecke Bruse'), getragen. Das entscheidende D&D-artige Regenerationsmerkmal wurde jedoch von Poul Anderson (1926-2001) in 'Three Hearts and Three Lions' (Doubleday, 1962), Kapitel acht, erfunden, wo Anderson das Nachwachsen-abgeschnittener-Teile-Motiv der Hydra von Lerna auf den nordischen Troll anwandte. Gygax uebernahm Andersons Troll in das D&D-Original-Boxset von 1974 und standardisierte das Aussehen, den Herausforderungsgrad und die Regenerationsmechanik im AD&D Monster Manual von 1977; er erkannte die Schuld an Anderson in einem 'Strategic Review'-Interview von 1976 an.
Merkmale
- 230 bis 300 Zentimeter gross, 300 bis 500 Kilogramm
- Gruene, gruengelbe oder graue Haut, lange sehnige Gliedmassen, haengende Nase
- Regeneration — abgeschnittene Teile wachsen sofort nach
- Fuenfte Edition Herausforderungsgrad 5, 84 Lebenspunkte, RK 15, drei Angriffe pro Zug
- Lebt unter Bruecken, in Hoehlen, in Oedlanden oder Suempfen, in Staemmen oder allein
- Langsam, aber wild und zaeh; frisst Lebende und Tote
Geschichten
Dient als Mittelstufen-Torwaechter-Monster (Herausforderungsgrad 5) der Tabletop-Rollenspielkampagnen und als Standardgegner von Abenteuergeschichten, in denen Spieler die Feuer-und-Saeure-Schwaeche der Regeneration entdecken muessen. Dieselbe Ikonografie wird fuer die drei Trolle William, Bert und Tom in Tolkiens 'Der Hobbit' (durch Sonnenlicht zu Stein verwandelt), die Hoehlentrolle und Olog-hai von 'Der Herr der Ringe', die Darkspear- und Amani-Trollstamm von Blizzards 'World of Warcraft', die Troll-Stamm-Karten von 'Magic: The Gathering' (ab 1993) und sogar die freundlichen Steintrolle von Disneys 'Frozen' (2013) entlehnt.
Schwäche
Das Regenerationsmerkmal funktioniert nicht gegen Feuer- und Saeureschaden; Verletzungen aus diesen beiden Schadenstypen heilen nicht, und die Regeneration wird fuer einen Zug nach solchem Schaden unterdrueckt (Monster Manual der fuenften Edition). Folglich muss ein Troll verbrannt oder mit Saeure veraetzt werden, um endgueltig getoetet zu werden, und eine Abenteurergruppe braucht normalerweise einen Zauberkundigen mit Brennenden Haenden oder Saeurespritzer. Der langsame Verstand des Trolls macht ihn leicht zu uebervorteilen, und Tolkiens drei Trolle in 'Der Hobbit' Kapitel zwei — versteinert durch das Sonnenlicht im Morgengrauen — uebergaben das Versteinerungsmotiv an den D&D-Steintroll, kodifiziert als Versteinerungs-Schwaeche in 'Volo's Guide to Monsters' (2016).
Kulturelle Bedeutung
Die Figur laeuft von der nordischen jǫtnar-Tradition ueber die norwegische Folklore-Sammlung von Asbjørnsen und Moe aus dem neunzehnten Jahrhundert, wurde als regenerierendes Monster von Poul Andersons Roman von 1962 neu erfunden, wurde durch Gary Gygax' D&D im Jahr 1974 standardisiert und ist seitdem der kanonische 'regenerierende wilde Riese' der anglofonen Fantasy. Das einundzwanzigste Jahrhundert hat den Troll als freundlichen Berggeist in Familienfilmen wie Disneys 'Frozen' (2013) und Pixars 'Onward' (2020) zurueckerobert.
In der Popkultur
Snorri Sturlusons Prosa-Edda, Gylfaginning Kapitel achtundvierzig (um 1220), 'Þrymskviða' in der Lieder-Edda (Codex Regius, um 1270), Asbjørnsens und Moes 'Norske folkeeventyr' (1841-1844), Poul Andersons 'Three Hearts and Three Lions' (Doubleday, 1962), die Trolle William, Bert und Tom in Tolkiens 'Der Hobbit' (1937), die Hoehlentrolle und Olog-hai von 'Der Herr der Ringe' (1954-55), das TSR D&D-Original-Boxset (1974), das AD&D Monster Manual (1977), das Monster Manual der fuenften Edition (2014), die Troll-Stamm-Karten von 'Magic: The Gathering' (ab 1993), Blizzards 'World of Warcraft' Darkspear- und Amani-Trolle (ab 2004), Disneys 'Frozen' (2013) und Pixars 'Onward' (2020).
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