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Kobold

Kobold · Das drachendienende kleine Volk — Meister der Fallen

Der Kobold ist eine kleine, reptilien- und hundeartige humanoide Rasse, eingefuehrt von Gary Gygax und Dave Arneson im Original-Boxset von Dungeons & Dragons (1974) und im AD&D Monster Manual (1977) als rechtschaffen boese (Herausforderungsgrad 1/8) hoehlenbewohnende Fallenbauer-Rasse kodifiziert, die Drachen verehrt. Der Name entstammt der deutschen Bergbau-Folklore des sechzehnten Jahrhunderts, in der der 'Kobold' ein Bergwerksgeist war, dem deutsche Bergleute die Vergiftung der Silberadernbergleute durch Arsen zuschrieben — bezeugt in Georgius Agricolas 'De re metallica' (Leipzig, 1556), Buch sechs, unter der Form 'cobaltus'; das chemische Element Kobalt wurde 1735 vom schwedischen Chemiker Georg Brandt nach demselben Geist benannt. Im Dungeons & Dragons der fuenften Edition ist der Kobold sechzig bis neunzig Zentimeter gross, mit rotbraunen, dunkelblaugruenen oder schwarzen Schuppen, kleinen Hoernern, einem duennen Schwanz und der Statur eines Miniaturdrachens — 'Volo's Guide to Monsters' (2016) und 'Fizban's Treasury of Dragons' (2021) kodifizieren, dass Kobolde aus Dracheneiern schluepfen oder anderweitig ein magisches Nebenprodukt des Drachen sind. Kobolde leben in Stammeswarrens von fuenfzig bis zweihundert in Minen, Hoehlen und unterirdischen Labyrinthen und erweisen einem Drachenfuersten oder einem grossen Koboldhaeuptling blinde religioese Verehrung. Sie spezialisieren sich auf ausgekluegelte Fallen — rotierende Klingen, glitschige Schraegen, fallende Steine, Giftgas, Sturzgruben — und obwohl ihre individuelle Kampfkraft minimal ist (5 HP, RK 12 bei Herausforderungsgrad 1/8), machen ihre Zahl, ihre Schlaue und ihre praezisen Hinterhalte sie zu einer dauerhaften Bedrohung.

Ursprung

Die direkte Textquelle ist das 'Monsters & Treasure'-Heftchen des Original-Boxsets von TSR D&D 1974; die Hoehlenbewohnung, der Drachenkult, die rechtschaffen-boese Gesinnung und die Fallenspezialisierung wurden im AD&D Monster Manual von 1977 durch Gary Gygax festgelegt. Die etymologische Wurzel ist die deutsche Bergbau-Folklore des sechzehnten Jahrhunderts: 'Kobold' war der Bergwerksgeist, dem deutsche Bergleute Qual und Verderben der Erzadern zuschrieben. Der locus classicus ist Georgius Agricolas 'De re metallica' (Leipzig, 1556), Buch sechs, das den Namen 'cobaltus' fuer den schadenfrohen Erzgeist verzeichnet; Bergleute, die Silbererz vermuteten, fanden beim Schmelzen Arsendaempfe vor und schrieben die Vergiftung dem Kobold zu. Das chemische Element Kobalt wurde 1735 vom schwedischen Chemiker Georg Brandt (1694-1768) nach demselben Geist benannt. Die vollstaendigste folkloristische Behandlung ist Jacob Grimms 'Deutsche Mythologie' (1835). Die reptilienartige und Miniaturdrachen-Ikonografie von D&D war Gygax' bewusste Abweichung vom verwandten Gnom, um dem Kobold eine eigene Identitaet zu geben, und der Kanon von 'Fizban's Treasury of Dragons' (2021) macht Kobolde nun zu einem magischen Nebenprodukt des Drachen, geschluepft aus abgeworfenen Schuppen oder Eiern als 'urd'-Spezies.

Merkmale

  • Sechzig bis neunzig Zentimeter gross, miniatur-reptiloid mit der Statur eines kleinen Drachens
  • Rotbraune, dunkelblaugruene oder schwarze Schuppen, kleine Hoerner, duenner Schwanz
  • Stammeswarrens von fuenfzig bis zweihundert in Minen, Hoehlen und unterirdischen Labyrinthen
  • Blinde religioese Verehrung eines Drachenfuersten oder grossen Koboldhaeuptlings
  • Meister der Fallen — rotierende Klingen, glitschige Schraegen, fallende Steine, Giftgas, Sturzgruben
  • Herausforderungsgrad 1/8 (5 HP, RK 12) in der fuenften Edition; rechtschaffen boese; individuelle Kampfkraft minimal

Geschichten

Der Standardgegner der niedrigstufigen 'Fallendungeon'-Tabletop-Rollenspielkampagnen, der die Schlaue des Unterlegenen, die Staerke der Zahl und die blinde Hingabe des Schwachen an den Starken (den Drachen) dramatisiert. Derselbe Name wird in den Koboldstamm-Karten von 'Magic: The Gathering' (ab 1993), in der Dracky-Reihe von Enix' 'Dragon Quest' (ab 1986), in den Koboldbergleuten von Blizzards 'World of Warcraft' (ab 2004) und sogar in den Heinzelmaennchen der Koelner Folklore weitergetragen, die dasselbe deutsche Bergbau-Folklore-Substrat teilen.

Schwäche

Die individuelle Kampfkraft ist sehr gering, und Kobolde sind feige: Wird der Haeuptling oder der Drachenfuerst beseitigt, bricht der Warren zusammen. Das Sonnenlichtempfindlichkeits-Merkmal des Monster Manuals der fuenften Edition — der Kobold hat Nachteil im direkten Sonnenlicht — bewahrt die urspruengliche, lichtempfindliche Bergwerksgeist-Angst des sechzehnten Jahrhunderts. Ausserhalb ihrer Fallenkorridore sind Kobolde im offenen Gefecht im Wesentlichen wehrlos; wenn ein Abenteurer die Fallenroute umgeht, verfluechtigt sich ihr gesamter taktischer Vorteil.

Kulturelle Bedeutung

Die Figur ist einer der bekanntesten Faelle, in denen die europaeische Folklore des sechzehnten Jahrhunderts — die Deutung der Arsenvergiftung durch deutsche Bergleute als Werk eines Bergwerksgeistes — sowohl in die moderne Chemie (das Metall Kobalt) als auch in das moderne Fantasy-Spiel (der D&D-Kobold) eingegangen ist, vermittelt durch Jacob Grimms Folklore-Korpus des neunzehnten Jahrhunderts.

In der Popkultur

TSR D&D Original-Boxset (1974), AD&D Monster Manual (1977), Monster Manual der fuenften Edition (2014), 'Volo's Guide to Monsters' (2016), 'Fizban's Treasury of Dragons' (2021), Georgius Agricolas 'De re metallica' (Leipzig, 1556) fuer die Etymologie, Jacob Grimms 'Deutsche Mythologie' (1835), die Koboldstamm-Karten von 'Magic: The Gathering' (ab 1993), die Dracky-Reihe von Enix' 'Dragon Quest' (ab 1986), die Koboldbergleute von Blizzards 'World of Warcraft' (ab 2004) und die Heinzelmaennchen der Koelner Folklore.

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