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Vogelvolk

Birdfolk · Das Vogelvolk — Eine Berggipfelrasse, die die Himmel durchfliegt

Voegelvolk (Birdfolk) ist eine aviforme humanoide Rasse mit Federn, Fluegeln und Schnabel. Das mythische Substrat reicht durch vier antike Traditionen: den falkenkoepfigen Gott Horus des Alten Aegypten (belegt seit der Narmer-Palette aus dem einunddreissigsten Jahrhundert v. u. Z., heute im Aegyptischen Museum in Kairo), den Riesenvogel Garuḍa des vedischen Indien (Rigveda Mandala 10, um 1500-1200 v. u. Z., der Reittier Vishnus), den japanischen Tengu der Heian-Zeit (verzeichnet im 'Nihon Shoki' von 720 u. Z.) und die griechischen Harpyien aus Hesiods 'Theogonie' (um 720 v. u. Z.) und der 'Argonautika' des Apollonios von Rhodos (drittes Jahrhundert v. u. Z.). Die D&D-Standardisierung beginnt mit der Aarakocra-Rasse, die Gary Gygax im 'Dragon Magazine' Heft 109 (August 1986) fuer seine World-of-Greyhawk-Kampagne einfuehrte, kodifiziert in 'Forgotten Realms Adventures' (1989), 'Monstrous Compendium Volume 2' (1990), 'Forgotten Realms Campaign Setting' der dritten Edition (2000), 'Elemental Evil Player's Companion' der fuenften Edition (2015) und 'Mordenkainen Presents: Monsters of the Multiverse' (2022). Voegelvolk ist 150 bis 180 Zentimeter gross, wiegt 35 bis 50 Kilogramm, ist leicht und schlank gebaut und hat Fluegel von sechs bis sieben Metern Spannweite (Adler-, Falken-, Eulen- oder Papageivarianten), Klauenfuesse anstelle von Fuessen, einen Schnabel und die scharfe Adlersicht. Rassenmerkmale der fuenften Edition sind +2 Geschicklichkeit, +1 Weisheit, eine Fluggeschwindigkeit von 15 Metern und eine Klauen-Natuerliche Waffe (1W4). Ihre Stammesgesellschaften nisten auf hohen Berggipfeln ueber viertausend Metern in den Anden oder im Himalaya oder in wolkenge­tragenen Schwebestaedten, und die Ikonografie reicht bis zu den Himmelstaemmen von Skypiea in Eiichiro Odas 'One Piece' (ab 1997), den Arakkoa von Blizzards 'World of Warcraft' (ab 2004), den Aven von 'Magic: The Gathering' (ab 1993) und den Ikran-Reitern von James Camerons 'Avatar' (2009).

Ursprung

Das mythische Substrat verlaeuft in vier Schichten: (1) der falkenkoepfige Horus des Alten Aegypten, belegt durch die Narmer-Palette aus dem einunddreissigsten Jahrhundert v. u. Z., heute im Aegyptischen Museum in Kairo; (2) Garuḍa, Riesenvogel und Reittier Vishnus, im Rigveda Mandala 10 (um 1500-1200 v. u. Z.) verzeichnet; (3) der japanische Tengu, erstmals belegt im 'Nihon Shoki' von 720 u. Z. (unter dem neunten Jahr Kaiserin Saimeis, mit der beruehmten Passage 'ein Tengu, der wie ein fallender Stern durch den Himmel flog'); und (4) die griechischen Harpyien aus Hesiods 'Theogonie' (um 720 v. u. Z.) und der 'Argonautika' des Apollonios von Rhodos (drittes Jahrhundert v. u. Z.). Die D&D-artige Kodifizierung beginnt mit Gary Gygax' Aarakocra im 'Dragon Magazine' Heft 109 (August 1986) fuer das World-of-Greyhawk-Setting und laeuft durch 'Forgotten Realms Adventures' (1989), 'Monstrous Compendium Volume 2' (1990), 'Forgotten Realms Campaign Setting' der dritten Edition (2000), 'Elemental Evil Player's Companion' der fuenften Edition (2015) und 'Monsters of the Multiverse' (2022). Gygax selbst erklaerte die Etymologie von 'Aarakocra' als Pragung aus seinen erfundenen Worten 'Araka' (Sturmgott) und 'Kura' (Stamm).

Merkmale

  • 150-180 Zentimeter gross, 35-50 Kilogramm, leicht und schlank
  • Fluegelspannweite sechs bis sieben Meter — Adler-, Falken-, Eulen- oder Papageivarianten
  • Klauenfuesse anstelle von Fuessen, scharfer Schnabel, federbedeckte Haut
  • Scharfe Adlersicht (vier- bis achtfache menschliche Sehschaerfe), in der fuenften Edition mit +1 Weisheit kombiniert
  • Fluggeschwindigkeit 50 Fuss (etwa 15 Meter) — das zentrale Merkmal der fuenften Edition
  • Nistet auf hohen Berggipfeln ueber 4 000 Metern oder in wolkengetragenen Schwebestaedten

Geschichten

Dient als die kanonische Spaeher-, Boten- und Himmelskriegerrasse in Tabletop-Rollenspielkampagnen, deren Freiheit, Ehre und Himmelsgesetz-Philosophie dem Spieler eine Aussenseiterperspektive auf die Politik der Oberflaeche gibt. Dieselbe Ikonografie wurde fuer die Himmelstaemme von Skypiea in Eiichiro Odas 'One Piece' (ab 1997), die Arakkoa von Blizzards 'World of Warcraft' (ab 2004), die Aven von 'Magic: The Gathering' (ab 1993) und die Ikran-Reiter von James Camerons 'Avatar' (2009) entlehnt.

Schwäche

Voegelvolk hat die leichten, hohlen Knochen der Voegel (pneumatisiertes Skelett), was sie sehr anfaellig fuer den Schock des Nahkampfs macht; wenn ein Fluegel gebrochen ist, verlieren sie den Flug und der gesamte taktische Vorteil verfluechtigt sich. Ihr Stolz und der Ehrenkodex der Himmelsgesetze machen sie zu unflexiblen Diplomaten, die schlecht zu den politischen Intrigen und der Taeuschung von Oberflaechengesellschaften passen. Der Aarakocra-Eintrag der fuenften Edition merkt an, dass Helme und Vollruestungen die Flugfaehigkeit einschraenken.

Kulturelle Bedeutung

Die Figur ist eine Synthese von vier antiken Vogelmenschen-Mythologien — aegyptischer Horus, vedischer Garuḍa, japanischer Tengu und griechische Harpye — ueberlagert mit den Vogelmasken-Traditionen des viktorianischen Britanniens und durch D&D zur kanonischen 'Himmelsrasse' der englischsprachigen Fantasy standardisiert. Anpassungen des einundzwanzigsten Jahrhunderts in 'World of Warcraft', 'One Piece' und 'Avatar' haben das Bild in die globale Spiele- und Filmkultur erweitert.

In der Popkultur

Der falkenkoepfige Horus Aegyptens (Narmer-Palette, einunddreissigstes Jahrhundert v. u. Z.), der vedische Garuḍa (Rigveda Mandala 10), der japanische Tengu ('Nihon Shoki', 720 u. Z.), die griechischen Harpyien (Hesiods 'Theogonie', um 720 v. u. Z.), Gary Gygax' Aarakocra im 'Dragon Magazine' Heft 109 (August 1986), 'Forgotten Realms Adventures' (1989), 'Monstrous Compendium Volume 2' (1990), 'Elemental Evil Player's Companion' der fuenften Edition (2015), 'Monsters of the Multiverse' (2022), die Aven-Karten von 'Magic: The Gathering' (ab 1993), Blizzards Arakkoa in 'World of Warcraft' (ab 2004), Eiichiro Odas 'One Piece' (ab 1997) Skypiea und die Ikran-Reiter von James Camerons 'Avatar' (2009).