Hellebarde
Die vielseitige Stangenwaffe der Schweizer
Die Hellebarde ist eine zweihändige Stangenwaffe, die Axtblatt, Stoßspitze und Haken (Reißhaken) in einem Kopf vereint, etwa 150–200 cm lang und 2,5–3,5 kg schwer. Eine Waffe leistet so alle drei Aktionen — Hauen (Axt), Stoßen (Spitze) und Haken (Reißhaken) —, und die Schweizer Gebirgsinfanterie des 14. Jahrhunderts entwickelte sie gegen die gepanzerte Reiterei. Metallschienen (Langetten) liefen am Schaft entlang, damit ein Feind den Kopf nicht einfach durch Durchschlagen des Schafts abtrennen konnte. Sie war die zentrale Infanteriewaffe gegen Reiterei im Europa des 15.–17. Jahrhunderts und vor allem das Sinnbild des Schweizer Söldners und des deutschen Landsknechts. Der scharfe Haken gegenüber dem Blatt zog Reiter aus dem Sattel oder hakte sich in eine Rüstungslücke, um sie zu Fall zu bringen.