Jiangshi
Jiangshi · Der chinesische Hüpfleichnam — Ein steifer, springender Leichengeist
Der Jiangshi (chinesisch jiangshi, 'steifer Leichnam') ist der chinesische Leichnam-Yokai eines unbestatteten Verstorbenen, der starr geworden und wiederbelebt ist. Die Figur ist gepraegt durch die post-mortem Starre, die seine Arme nach vorn streckt, durch die kanonische Huepfbewegung, in der er sich mit zusammengehaltenen Fuessen fortbewegt, durch das Beamtengewand der Qing-Dynastie (magua) und die runde Muetze, und durch seine Qi-aussaugende Natur: er absorbiert die Lebensenergie der Lebenden durch seinen Atem. Die Etymologie ist jiang ('steif') plus shi ('Leichnam'), also 'steifer Leichnam'. Die Figur trat im spaeten achtzehnten Jahrhundert in die formale chinesische Literatur ein durch Yuan Meis Zibuyu (1788) und Ji Yuns Yuewei caotang biji (1789-1798), die biji-Notationssammlungen der Qing-Aera. Der ikonografische Ursprung ist der Hunan-Xiangxi-Leichengeh-Brauch (ganshi), in dem ein daoistischer Zauberer angeblich die Koerper der im Ausland Verstorbenen nachts mit Talismanen nach Hause fuehrte. Lau Koon-wais Hongkong-Film Mr. Vampire von 1985 mit Lam Ching-ying in der Hauptrolle fixierte entscheidend die moderne huepfende-Jiangshi-Ikonografie und loste den Hongkonger Jiangshi-Film-Boom von 1985-1992 aus.