
Spiegelrüstung
Nahöstliche Rüstung mit großen runden Spiegelplatten
Die Spiegelruestung, gewachsen aus der persischen Char-aina, was auf Persisch 'vier Spiegel' bedeutet, ist ein Stueck zusammengesetzte Ruestung, bei der vier grosse Platten aus Stahl, die Brust, Ruecken und beide Flanken decken, ueber einem Kettenhemd mit Riemen und kleinen Scharnieren befestigt sind. Das Gesicht dieser Platten war glatt wie ein Spiegel poliert, die hohe Wuestensonne wurde an einem Punkt gebuendelt und das Auge des Feindes geblendet, und diese Politur machte denselben Sitz zu einem Ort, an dem Schoenheit und das Werk der Schlacht zusammenstanden. Die Weichheit des Kettenhemds lebendig zu halten und nur auf den schwaechsten Sitz, Brust und Ruecken, eine harte Platte einer Flaeche zu legen, das Gewebe laeuft auf einem anderen Weg als die westliche Strasse, den ganzen Koerper in eine einzige Plattenruestung zu wickeln, und steht als Kern des islamischen Kriegsgeraet-Denkens, in dem Schutz und Freiheit an einem Sitz zusammenstehen. Eine einzige Garnitur, einschliesslich des Kettenhemds, wog nur zwoelf bis achtzehn Kilogramm, an einem Sitz weit leichter als die westliche Vollplattenruestung desselben Zeitalters.
Ursprung
Die Form der Spiegelruestung im Ernst wird im Persien des spaeten 15. und fruehen 16. Jahrhunderts als verwurzelt gehalten. Als die Safawiden-Dynastie, im Jahre 1501 eingesetzt, dieselbe Garnitur zum Standard ihres Heeres erhob, fasste der Name Char-aina am gleichen Sitz Fuss, und dieselbe Form floss bald nach Westen zur Sipahi-Reiterei des Osmanischen Reiches und nach Osten zur Rajputen-Reiterei und der Leibgarde des Mogulreiches. Im 16. bis 18. Jahrhundert stand auf fast jedem grossen Feld der islamischen Welt eine einzige Spiegelruestung gepaart mit einer Garnitur Kettenhemd, und im spaeten 17. Jahrhundert erreichte dieselbe Form die Usbeken und Kasachen Zentralasiens und die Dekkan-Sultanate und das Heer Tipu Sultans von Mysore im Sueden. In Russland, im Grossfuerstentum Moskau und im Khanat der Krim, wuchs derselbe Gedanke als Bechter und Juschman auf, die beide Verwandte derselben Linie sind, bei denen kleine Platten auf das Kettenhemd genietet werden, und die Char-aina gehoert zum Zweig, an dem die groessten Platten in der geringsten Anzahl genietet werden.
Merkmale
- Vier grosse Platten aus Stahl, die Brust, Ruecken und beide Flanken decken
- Ein Gewebe, in dem die Platten an Riemen und kleinen Scharnieren ueber dem Kettenhemd befestigt waren und sich mit ihm bewegten
- Eine Flaeche, glatt wie ein Spiegel poliert, die die Sonne an einem Punkt buendelte
- Ein oestliches Gewebe, das die Weichheit des Kettenhemds und die Haerte der Platte an einem Sitz zusammensetzte
- Eine leichte einzige Garnitur von etwa zwoelf bis achtzehn Kilogramm, einschliesslich des Kettenhemds
- Praechtige Verzierung in Arabesken und in Koftgari, der Gold- und Silbereinlage
Geschichten
Die Spiegelruestung nahm ihren Platz als das Zeichen eines Sitzes der Elitereiterei der islamischen Welt im 16. bis 18. Jahrhundert ein. Darin trug der Mann einen dicken gepolsterten Rock, zog eine Garnitur Kettenhemd ueber den Kopf auf die Schultern und haengte dann vier grosse Platten aus Stahl ueber dasselbe Kettenhemd mit Riemen, sodass Brust, Ruecken und beide Flanken bedeckt waren. Das Gewicht derselben einzigen Garnitur blieb bei zwoelf bis achtzehn Kilogramm und behinderte die schnelle Bewegung auf einem schnellen Pferd kaum, und auf derselben Garnitur war eine kleine Kettenhaube und der stahlernen Helm Khoula gesetzt, sodass auch der Kopf an einem Sitz bedeckt war. An der Schlacht bei Tschaldiran 1514, als Selim I. der Osmanen Ismail I. der Safawiden begegnete, an der Ersten Schlacht bei Panipat 1526, als die Mogulgarde Baburs dem Sultan der Lodi begegnete, und an der Schlacht bei Haldighati 1576, als die Rajputen-Reiterei Maharana Pratabs den Maennern Man Singhs der Moguln an einem Sitz begegnete, schlugen die Elitereiter beider Seiten mit einer einzigen Garnitur Spiegelruestung von Kopf bis Knie. Dieselbe Garnitur wurde auch als ein einziges visuelles Zeichen der Wuerde jenes Sitzes im Turnier und im Zeremoniell gebraucht.
Schwäche
Die groesste Schwaeche der Spiegelruestung liegt im Korn zwischen dem Sitz, den die vier grossen Platten bedeckten, und dem Sitz, den sie nicht bedeckten. Brust, Ruecken und Flanken waren von einer dicken Platte einer Flaeche fest bedeckt, doch der Sitz zwischen den Platten, die Schulter und die Achselhoehle, die obere und die untere Flanke, musste dem Kettenhemd darunter ueberlassen werden, und so konnte eine schmale, scharfe Waffe, die genau am selben blanken Ort vorgetrieben wurde, durch das Kettenhemd durchbrechen. Da die Platten glatt und schwer waren wie sie waren, war, selbst wenn eine grosse Axt oder ein schwerer Streitkolben, die gerade von oben kamen, das Gesicht der Platte am selben Ort nicht in einem Schlag spaltete, die volle Wucht des Stosses ging gerade durch zum Kettenhemd und zu den Rippen des Mannes im Inneren ueber. In der hohen Sonne der Wueste wurde die Flaeche, glatt wie ein Spiegel poliert, von der Sonne selbst erhitzt, was die Hitzevertraeglichkeit und die Ausdauer desselben Mannes stark schnitt, und im spaeten 18. Jahrhundert, als das Zeitalter der Feuerwaffen Fuss fasste, konnte die harte Platte derselben einzigen Garnitur keine ausreichende Wand gegen eine Muskettenkugel machen, die aus naher Entfernung gerade getrieben wurde, und so zog sie sich im 19. Jahrhundert in den Sitz der Zeremonie zurueck.
Kulturelle Bedeutung
Die Spiegelruestung ist ein Werkzeug, an dem der Schutz einer Garnitur und ein Stueck Kunst an einem Sitz zusammenstanden, und dessen Flaeche zu einem einzigen Gemaelde wurde, das die Religion und die Aesthetik eines Sitzes ueber das Korn des Kriegsgeraets hinaus zusammenhielt. Die Kriegerhaeuser der drei Reiche Persiens, der Osmanen und der Moguln im 16. bis 18. Jahrhundert schnitten oft auf das Gesicht derselben Platte in der Gold- und Silbereinlagetechnik, die Koftgari heisst, die Rebe und Blume der Arabeske und die Namen Allahs und einen Vers des Korans, und so war dieselbe einzige Garnitur zugleich ein Stueck Ruestung und ein Zeichen des Glaubens eines Sitzes. In der Wallace Collection und im British Museum in London, im Metropolitan Museum in New York, in der Eremitage in Russland und im Topkapi-Palastmuseum in Istanbul werden viele praechtige persische, osmanische und mogulische Spiegelruestungen des 16. bis 18. Jahrhunderts bewahrt. Die Bechter und die Juschman Russlands, Verwandte derselben Linie, trugen dieselbe Aesthetik am Sitz der Bojaren des Moskauer Reiches des 16. und 17. Jahrhunderts und wurden zu einem einzigen Zeichen der Kriegerhaeuser der Ostslawen.
In der Popkultur
Die Spiegelruestung erscheint in Filmen, Historiendramen und Spielen ueber die drei Reiche Persiens, der Osmanen und der Moguln als ein einziges Zeichen der Elitereiterei. Die indischen Filme Jodhaa Akbar (2008), Bajirao Mastani (2015) und Padmaavat (2018) zeichnen die einzige Garnitur der Char-aina, die die Mogul- und Rajputen-Krieger tragen, ausfuehrlich, und das tuerkische Historiendrama Muhtesem Yuzyil (Das praechtige Jahrhundert, 2011-2014) zeigt dieselbe einzige Garnitur, die die osmanische Garde traegt, als das Zeichen eines Sitzes ihrer Wuerde. Die BBC-indische Koproduktion Empire (2012) und der britische Film Koenigreich der Himmel (2005) zeigen ebenfalls dieselbe einzige Garnitur. Das Aktionsspiel Assassin's Creed Mirage (2023), im Bagdad des 9. Jahrhunderts angesiedelt, setzt einen Verwandten derselben Linie, und For Honor und Mount & Blade II: Bannerlord setzen dieselbe Form fuer ein oestliches Kriegerhaus beiseite. Im Museum stellt die Wallace Collection in London eine einzige praechtige mogulische Char-aina zusammen mit der Elefantenruestung desselben Zeitalters auf und macht so ein einziges Stueck, an dem zwei Ruestungen eines Sitzes an einem Ort zusammenkommen.
Trivia
- Der Name Char-aina bedeutet 'vier Spiegel' (persisch چهار آینه, čahār āyīna), von den vier grossen Platten, die Brust, Ruecken und beide Flanken decken, glatt wie ein Spiegel poliert und an einem Sitz die Sonne an einem Punkt buendelnd.
- Die Kriegerhaeuser Persiens, der Osmanen und der Moguln des 16. bis 18. Jahrhunderts schnitten oft auf das Gesicht derselben Platte in der Gold- und Silbereinlagetechnik, die Koftgari heisst, die Arabeske, einen Vers des Korans und die Namen Allahs, und so war dieselbe einzige Garnitur zugleich ein Stueck Ruestung und ein Zeichen des Glaubens eines Sitzes.
- Die Bechter und die Juschman Russlands sind Verwandte derselben Linie, des Zweigs, an dem kleine Platten auf das Kettenhemd genietet werden. Die Bojaren des Moskauer Reiches des 16. und 17. Jahrhunderts, die dieselbe einzige Garnitur trugen, wurden zu einem einzigen Zeichen der Kriegerhaeuser der Ostslawen, und die Char-aina gehoert zum Zweig, an dem die groessten Platten in der geringsten Anzahl genietet werden.
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