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Ork

Orc · Kriegerstämme — Eine wilde Rasse, die Stärke und Ehre verehrt

Eine Kriegerrasse mit grüner, grauer oder brauner Haut, hervorstehenden Hauern, schwerer Muskulatur und meist überdurchschnittlich grossem Wuchs. Orks leben in Stammes- und Sippenverbänden in Ödland, Gebirgen und Festungen und stellen Stärke, Tapferkeit und die Ehre des Einzelkampfs ueber alles. Seit J. R. R. Tolkien das Wort in The Hobbit (George Allen & Unwin, 1937) und The Lord of the Rings (1954–55) wiederbelebt hat, ist der Ork das am stärksten wiedererkennbare Feindvolk der modernen Fantasy. In Tolkiens Briefen 144 und 153 erscheinen sie als von Melkor verdrehte Elben; in Dungeons & Dragons, Warhammer und Warcraft hat sich der Ork vom blossen Gegner zu einer Gesellschaft mit eigenem Stolz, eigener Sippenstruktur und eigenem Kriegerethos entwickelt.

Ursprung

Das Wort stammt vom altenglischen 'orc' (Daemon, Leichengespenst), bezeugt im Kompositum 'orcneas' in Beowulf Vers 112. Tolkien behandelte den Begriff in seinem Oxforder Vortrag 'Beowulf: The Monsters and the Critics' (1936) und belebte ihn fuer seine eigene Mythologie wieder. The Hobbit (Allen & Unwin, 1937) verwendet die Form 'goblin'; The Lord of the Rings (Allen & Unwin, 1954–55) etabliert 'Orc' als Standardbezeichnung. In den Briefen 144 und 153 erlaeutert Tolkien, dass Eru Iluvatar die Orks nicht unmittelbar erschuf, sondern dass Melkor sie aus gefangenen Elben zuechtete. Gary Gygax uebernahm die Rassennamen Tolkiens 1974 fuer die Erstausgabe von Dungeons & Dragons; nach Protest des Tolkien-Nachlasses wurde 'Hobbit' in 'Halfling' umbenannt, 'Orc' aber als Gattungsbegriff beibehalten. Mit Warhammer Fantasy Battle (Games Workshop, 1983) und Warcraft: Orcs & Humans (Blizzard, 1994) verfestigte sich das Bild von gruener Haut, Hauern und Muskelmasse.

Merkmale

  • Gruene, graue oder braune Haut, ausgeprägte Unterkieferhauer, schwere Muskulatur
  • Stammes- und Sippenstruktur mit Häuptlingen, Kriegsführern und Schamanen
  • Ehrenkultur des persönlichen Zweikampfs und des Herausforderungsrechts
  • Siedlungen in Hochland, Ödland und befestigten Bollwerken
  • Reittiere wie Wölfe, Eber oder Warge; eine eigene rauhe Sprache neben der Gemeinsprache

Geschichten

Orks treten zuerst als Fussvolk Saurons und Sarumans in Erscheinung und werden anschliessend in Dungeons & Dragons zum Standardgegner unter den humanoiden Völkern. In Warhammer sind sie cockney-sprechende Schlaegertypen, in Warcraft ein versklavtes Volk, das seinen Stolz zurueckgewinnt, und in The Elder Scrolls eine eigenständige Zivilisation namens Orsimer. Erzählungen mit Orks verhandeln häufig Themen wie Wildnis gegen Zivilisation, Vorurteil gegen Verstehen und die Kosten eines Kriegerkodex; seit den 2000er Jahren erscheinen sie zunehmend als Helden statt nur als Feinde.

Schwäche

Die Konzentration auf rohe Kraft und kriegerische Zurschaustellung macht orkische Gesellschaften anfaellig fuer Diplomatie und List, und Stammesfehden zerreissen Buendnisse leicht. Tolkiens aeltere Orks sind sonnenscheu, eine Schwaeche, die erst bei Sarumans Uruk-hai ueberwunden wird. Die Orks von Warcraft trugen lange die Spuren eines daemonischen Blutfluchs, dessen Verlockung bis heute fortbesteht. Die Pflicht, jede Herausforderung anzunehmen, kann selbst zur Falle werden.

Kulturelle Bedeutung

Seit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wird der Ork als Nachklang kolonialer Vorstellungen vom 'wilden Anderen' kritisch gelesen. Warcrafts Thrall und die Orsimer der Elder Scrolls antworten auf diese Kritik mit Erzählungen ueber Diaspora, Wiederansiedlung und die Rueckgewinnung von Wuerde. In japanischen Fantasywerken wie Kentaro Miuras Berserk (Hakusensha, 1989–) und der Goblin-Slayer-Reihe verschmelzen Ork und Oger oft zu einer einzigen Gruppe brutal-humanoider Wesen.

In der Popkultur

Tolkien, The Hobbit (1937) und The Lord of the Rings (1954–55) — Sauron, Saruman, Uruk-haiDungeons & Dragons, Original Set (TSR, 1974) und Monster Manual (1977)Games Workshop, Warhammer Fantasy Battle (1983) und Warhammer 40,000 (1987)Blizzard, Warcraft-Serie (1994–) mit Thrall und Grommash HöllschreiBethesda, The Elder Scrolls (1994–) mit den OrsimerPeter Jackson, The Lord of the Rings (2001–03) und The Hobbit (2012–14)Duncan Jones, Warcraft (Universal/Legendary, 2016)Monolith Productions, Middle-earth: Shadow of Mordor (2014) und Shadow of War (2017)

Trivia

  • In Brief 144 vergleicht Tolkien die Schwarze Sprache Mordors mit dem Geräusch von Steinen, die in einen Kessel fallen.
  • TSR behielt Orc, Elf und Dwarf, als der Tolkien-Nachlass 1977 die Umbenennung von Hobbit in Halfling erzwang.
  • Die Designer bei Blizzard nannten die vierte Ausgabe von Warhammer Fantasy Battle (1989) als unmittelbare visuelle Quelle ihrer gruenen Orks.
  • Monolith Productions haelt das US-Patent Nr. 10,807,003 fuer das Nemesis-System aus Shadow of Mordor.