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Wasser

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vritra

Vritra (Sanskrit Vṛtra) ist der maechtigste boese Drache-Schlange der vedischen indischen Mythologie und der aelteste belegte Beleg fuer das indogermanische Chaoskampf-Motiv (Sturmgott gegen vielkoepfige Schlange) im erhaltenen Textbestand. Der Sanskritname stammt selbst von der Verbwurzel vṛ ('bedecken, einschliessen'), also 'der Einhuellende, der Verschliesser'. Vritra wird als grosse beinlose Schlange (ahi, 'Schlange') oder als ringfoermiger Berg dargestellt. Seine Kernrolle ist die Verkoerperung der Duerre: indem er sich mit seinem Leib um die sieben grossen Stroeme (Sapta Sindhu) des indischen Subkontinents wickelt, haelt er die Wasser gefangen und bringt der Menschheit Durst und Tod. Er wohnt in einer Festung aus neunundneunzig konzentrischen Vorhoefen (pura). Sein ewiger Gegner ist der Donnergott Indra; das Duell Indra-Vritra ist die zentrale Schlacht des vedischen Korpus, am vollstaendigsten erzaehlt im Rigveda 1.32 — Indra erhaelt von dem goettlichen Schmied Tvaṣṭṛ die Vajra ('Donnerkeil' oder 'Diamantkeule'), durchbricht die neunundneunzig Vorhoefe und spaltet Vritras Kopf; die in seinem Leib gefangenen sieben Stroeme stuerzen hervor und bringen den Subkontinent zum Leben. Im spaeteren Hinduismus (Mahābhārata, Bhāgavata Purāṇa) wird Vritra als Bruder von Tvaṣṭṛs Sohn Viśvarūpa neu erzaehlt, urspruenglich Indras Freund, durch goettlichen Verrat getoetet, wodurch Indra die Suende der brahmahatyā ('Toetung eines Brahmanen') auf sich laedt.

chinese-long

Der chinesische long ist der Archetyp des ostasiatischen Drachen, die Quelle, von der der koreanische cheongnyong, der japanische ryu und der vietnamesische long abstammen. Sein Bild laeuft ununterbrochen vom Neolithikum — der C-foermige Jadedrache der Hongshan-Kultur (um 3500-3000 v. u. Z., 1971 in Ongniud (Innere Mongolei) ausgegraben, heute Kulturgut erster Klasse im Nationalmuseum Chinas in Peking) und der Muschelmosaikdrache der Yangshao-Kultur in Xishuipo bei Puyang (um 5300 v. u. Z., 1987 ausgegraben) — bis zu Xu Shens 'Shuowen Jiezi' (100 u. Z.), das den Drachen als 'Anfuehrer der schuppigen Tiere' definiert, zu Wang Fus 'Qianfu Lun' der spaeten Han, das die 'neun Aehnlichkeiten' (Hirschgeweih, Kamelhaupt, Hasenaugen, Schlangenhals, Muschelbauch, Karpfenschuppen, Adlerklauen, Tigersohlen) erstmals systematisiert, und zu Li Shizhens 'Bencao Gangmu' (1578). Die fuenfzehige Pfote als kaiserliches Monogramm wurde durch das Ritualedikt des Hongwu-Kaisers von 1393 festgelegt und blieb bis zum Ende der Qing in Kraft; Fuersten waren auf vier Zehen begrenzt, das Volk auf drei. Der long ist in einem Fuenf-Richtungen-Farbsystem geordnet — Azurdrache (Osten), Weisser (Westen), Zinnoberroter (Sueden), Schwarzer (Norden), Gelber (Zentrum) — und gilt als Bringer des Regens, Herrscher der Fluesse und Verkoerperung kosmischer Gerechtigkeit; er ist das einzige mythische Wesen im Zwoelftierzyklus, und ein im Drachenjahr geborenes Kind teilt das Auspicium des Kaisers.

imugi

Der Imugi ist der koreanische 'unvollendete Drache', eine gewaltige Schlange, die tausend Jahre lang in tiefen Bergteichen, unter Wasserfaellen und in verborgenen Hoehlen Askese ueben und sittliches Verdienst sammeln muss, bevor sie die Wunschkugel (yeouiju) erhaelt und als wahrer Drache aufsteigen kann. Sie wird als Schlange von ungewoehnlicher Dicke und beschuppten Wuchses dargestellt, mit dem Ansatz kleiner Hoerner auf der Stirn; dasselbe Bild kehrt in Volkserzaehlungen aus den Provinzen Suedpyongan, Gangwon und Suedjeolla wieder. Der fruehste koreanischsprachige schriftliche Beleg ist Hong Man-jongs 'Sun-o-ji' (1678), waehrend die systematischste Quelle die Feldarbeit von Son Jin-tae (1900-1950?) — veroeffentlicht als 'Forschungen zur koreanischen Volkserzaehlung' (1947) — und Im Seok-jaes zwoelfbaendige 'Sammlung koreanischer muendlicher Erzaehlungen' (Pyongminsa, 1987-1993) ist, die ueber zweihundert Imugi-Erzaehlungen unter den Typen 'Imugi und das Maedchen' und 'Drachenteich' anordnet. Das koreanische Standardwoerterbuch definiert ihn als 'eine grosse Schlange, die nicht zum Drachen werden konnte'; die koreanische Volkskunde liest ihn als Verschmelzung des chinesischen Jiao-Schlangendrachen mit dem einheimischen Schlangenkult. Die moderne Wiederaufnahme findet sich im Manhwa 'Land des Windes' (Kim Jin, ab 1992), im Hollywoodblockbuster 'D-War' (2007, Regie Shim Hyung-rae) und im Manhwa 'Myojin Imugi' (Jeong Ju-yeon, 2014).

azure-dragon

Der Azurdrache (chinesisch 'Qinglong', koreanisch 'Cheongnyong', japanisch 'Seiryu') ist der oestliche Waechter der ostasiatischen Vier Symbole (sasin / Sishen), der Himmelsdrache des Ostens, des Fruehlings, der Holzphase der Fuenf Elemente und der gruen-blauen Farbe. Das System — Azurdrache des Ostens, Weisser Tiger des Westens, Zinnobervogel des Suedens, Schwarze Schildkroete des Nordens — wurde unter der Han-Dynastie kodifiziert, insbesondere in Liu Ans 'Huainanzi' (um 139 v. u. Z.) und Wang Chongs 'Lunheng' (um 80 u. Z.), und vereinigt die sieben Mondhaeuser des oestlichen Quadranten (Jiao, Kang, Di, Fang, Xin, Wei, Ji). Bildlich unterscheidet sich der Azurdrache vom kaiserlichen gelben long durch einen schlankeren, schlangenartigen Koerper, gruen-blaue Schuppen, verzweigte Hirschgeweihe und Karpfenschuppen; er ist die kanonische Verbildlichung des geomantischen Grundsatzes, dass der Drache des Ostens die linke Seite einer Siedlung schuetzt. Die besterhaltenen fruehen Darstellungen sind die Ostwandmalereien der Goguryeo-Graeber Gangseo Daemyo und Jungmyo (spaetes sechstes Jahrhundert, Suedpyongan, Nordkorea) und das Kitora-Grab im Dorf Asuka, Praefektur Nara (spaetes siebtes bis fruehes achtes Jahrhundert, japanischer Nationalschatz seit 1998). Der Azurdrache benennt zudem das Praesidentenamt Cheongwadae in Korea ('Haus der gruenen Ziegel', 1939 errichtet) und wacht ueber das Oestliche Bluetentor (Donghuamen) der Verbotenen Stadt, vollendet 1420.

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